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Mobilität

Teufelszeug und Motor des Wohlstands

Gemeinderat diskutiert über die künftige Rolle der Verkehrsmittel in der Stadt. Debatte um Fahrverbote und ÖPNV.

20.04.2018

Von DANIEL GRUPP

Stuttgart. Die Zukunft der Mobilität in Stuttgart lässt sich aus zwei Blickwinkeln sehen: Das eine Spektrum sieht im Auto ein Übel, will es zurückdrängen, will mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer sowie einen billigeren Nahverkehr. Die Gegenseite will den Bürgern die freie Wahl des Mittels der Mobilität nicht einschränken, ÖPNV und Radwege sollen zwar verbessert, das Auto dürfe aber nicht verteufelt werden, schließlich hänge an der Autoindustrie der Wohlstand in der Region. An diesen Polen orientierte sich am Donnerstag die Mobilitätsdiskussion im Stuttgarter Gemeinderat. Es war die erste von vier Generaldebatten über wichtige Themen.

Den hohen Rang der Autoindustrie, aber auch Stau, Stress, Lärm und Luftverschmutzung sprach OB Fritz Kuhn (Grüne) an. Beim Feinstaub sei die Stadt auf gutem Weg, bei den Stickoxiden zähle aber jedes Mikrogramm. Er fühle sich von Bund, Land und Autoindustrie im Stich gelassen. Kuhn will eine menschengerechte Stadt, dazu müsse Stuttgart die Mobilität neu erfinden.

Das Thema Mobilität sei kein „Wünsch-dir-Was“, meinte Alexander Kotz (CDU). Stuttgart sei allenfalls früher mal autogerecht gewesen: „Das sieht jeder, der morgens auf der Heilbronner Straße unterwegs ist.“ Kotz hofft, dass die VVS-Tarifreform erfolgreich sein wird. Er warnte vor Fahrverboten: Dann würden bis zu 81 Prozent der Besitzer von Dieselautos enteignet.

Björn Peterhoff Grüne) forderte eine „Verkehrswende hin zu einer nachhaltigen Mobilität“. Er tritt für eine „grüne Stadt“ ein und nannte andere Großstädte als beispielhaft. Er hält den Mobilitätspass für 365 Euro, den auch Autofahrer kaufen müssten, für eine „Superidee“.

„Viele Menschen machen sich Gedanken, wie es mit dem Wohlstandmodell weiter geht“, sagte Martin Körner (SPD). Die Autoindustrie stehe vor einem tiefen Wandel. Er machte sich für eine „Fünf-Minuten-Stadt“ stark: Fünf Minuten zum einkaufen, zur Kita, zur ÖPNV-Haltestelle. Das Leben müsse bezahlbar bleiben, auch die ÖPNV-Tarife.

Hannes Rockenbauch (SÖS, Linke, Plus) fordert „Freie Fahrt für freie Bürger“ – einen kostenlosen ÖPNV. Zudem sollen Stadtauotbahnen zu belebten Boulevards werden. Daniel Grupp

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Erstellt:
20. April 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
20. April 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. April 2018, 06:00 Uhr

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