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Der Rentenfalle vorbeugen

Telefonaktion: Wie man den Ruhestand finanziell richtig absichert

Die Dauertief-Zinsen erschweren den Menschen die Altersvorsorge. Doch je niedriger die Zinsen sind, desto wichtiger ist es, privat vorzusorgen. Unsere Telefonaktion stieß bei unseren Lesern auf riesige Resonanz.

24.10.2015
  • ALEXANDER BÖGELEIN

Ulm "Spare in der Zeit, so hast du in der Not!": Dieses Sprichwort ist in den Köpfen der älteren Generation verankert, für jüngere Arbeitnehmer ist die Altersvorsorge scheinbar kein Thema. Das zeigte sich bei unserer Telefonaktion, bei der unsere drei Experten pausenlos gefragt waren: René Münster vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband, Helge Müller vom Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute sowie Richard Goßner, unabhängiger Vermögensverwalter. Von der Fraktion "unter 40" rief kaum jemand an. Dabei wäre es angesichts der Dauertief-Zinsen wichtig, früh zu beginnen, einen Kapitalstock für den Ruhestand anzulegen. Wer das nicht tut, tappt später in die Rentenfalle und riskiert Altersarmut. Die wichtigsten Fragen und Antworten in Kürze.

Ich habe zwei Söhne (30, 27), die jetzt in den Beruf einsteigen. Was ist besser für deren Altersvorsorge - eine Betriebs- oder eine Riester-Rente?

Auch, wenn das auf den ersten Blick nichts mit Altersvorsorge zu tun hat: Ihre Söhne sollten zunächst die elementaren Lebensrisiken absichern. Dazu gehört, wenn sie Familie haben und Hauptverdiener sind, eine Risiko-Lebensversicherung und eine Berufsunfähigkeits-Versicherung. Was die Riester- oder Betriebsrente betrifft: Beides ist staatlich gefördert und gut geeignet für den Einstieg in die Altersvorsorge.

Was ist die bessere Form der Altersvorsorge?

Das hängt von der persönlichen Situation ihrer Söhne ab. Wenn Ihr älterer Sohn beispielsweise besser verdient und privat krankenversichert ist, dann kann sich die betriebliche Altersversorgung für ihn eher lohnen, weil für ihn keine Belastung durch Sozialversicherungsbeiträge im Rentenalter anfällt und die Einzahlung steuerfrei ist.

Was kostet mich die Riester-Rente im Monat?

Um die volle Förderung etwa in Form der Grundzulage zu erhalten, müssen Sie vier Prozent ihres Vorjahresbruttoeinkommens einzahlen - die ihm zustehenden Zulagen werden gegengerechnet. Die Verzinsung hängt vom jeweiligen Typ des Vertrages ab. Das können Fondssparpläne sein, Versicherungen, Banksparpläne oder Bausparverträge. Beim Thema Riester sollten Sie sich unbedingt unabhängig beraten lassen.

Meine Tochter hat ein Angebot ihres Arbeitgebers zur Entgeltumwandlung. Wie viel müsste sie für eine betriebliche Altersversorgung aufwenden?

Die Zahlungen kommen komplett aus dem Bruttoeinkommen - werden aber vom Arbeitgeber angelegt. Die laufenden Einzahlungen in eine Betriebsrente sind bei Entgeltumwandlung sowohl steuer- als auch sozialversicherungsfrei, in diesem Jahr sind es bis zu 242 EUR im Monat oder bis zu 2904 EUR im Jahr. Sie könnte zusätzlich 1800 EUR jährlich unter bestimmten Voraussetzungen steuer-, aber nicht sozialversicherungsfrei investieren. Die ausgezahlte Rente aus der Entgeltumwandlung geht später komplett in die steuerliche Berechnung im Seniorenalter ein - vorausgesetzt, Ihre Tochter muss als Rentnerin Steuern zahlen. Das Problem: Wer nicht privat krankenversichert ist, muss im Alter auch den vollen Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag zahlen. Das gilt sowohl für Renten wie auch für Kapitalzahlungen.

Ich bin 65 Jahre alt, habe jetzt 160 000 EUR ausgezahlt bekommen. Das Geld will ich sicher, aber mit Gewinn anlegen und auch vor Währungsrisiken schützen?

Legen Sie eine Notfallrücklage an, die jederzeit verfügbar ist. Das verbleibende Kapital sollten Sie breit streuen und nicht langfristig anlegen. So könnten Sie einen Teil in einen sicheren europäischen Rentenfonds anlegen - höchstens für fünf Jahre. Einen gewissen Teil können Sie wegen Ihrer Befürchtungen in Gold anlegen, mehr als 10 Prozent sollten es aber nicht sein. Einen weiteren Teil könnten sie in einen Banksparplan - beispielsweise auf Fondsbasis - anlegen. Das Geld hätten Sie dann aber festgelegt. Zudem schwanken die Werte von Fonds.

Ich suche eine sichere Variante, um für meine eine Altersvorsorge anzusparen: Was ist besser: Rentenversicherung oder Fondssparplan?

Eine Rentenversicherung ist eine sichere Angelegenheit. Allerdings haben Sie hier nur einen relativ geringen Ertrag. Der Garantiezins beträgt derzeit nur 1,25 Prozent auf den Sparanteil - also nach Abzug aller Kosten. Über einen Fondssparplan, der auf Renten- oder Aktienfonds basiert, könnten Sie eine höhere Rendite erzielen. Sie haben aber das Risiko, Kaptal zu verlieren.

Ich komme jetzt ins Rentenalter und möchte sichere Zusatzrente. Dafür würde ich 100 000 EUR einzahlen. Ist eine Sofort-Rente dafür geeignet?

Ja, sie ist sicher. Lassen Sie sich mehrere Angebote unterbreiten und vergleichen Sie die garantierten Renten und die Kosten. Achten Sie darauf, dass Sie einen Vertrag mit dynamischer Rente wählen, so dass die Rentenzahlung nicht im Lauf der Jahre sinken kann. Wenn der jeweils andere Partner abgesichert werden soll, ist der Einbau einer Rentengarantiezeit sinnvoll.

Telefonaktion: Wie man den Ruhestand finanziell richtig absichert

Telefonaktion: Wie man den Ruhestand finanziell richtig absichert
Sie waren zwei Stunden stark gefordert (von links): René Münster, Richard Goßner und Helge Müller. Foto: Oliver Schulz

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24.10.2015, 12:00 Uhr
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