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Tausende auf der Warteliste
Das neue Wohnheim im Stuttgarter Nordbahnhofviertel soll im Oktober eröffnet werden. Foto: Jürgen Schmidt
Studierendenwerk schafft zwar neue Wohnheimplätze, die reichen aber nicht

Tausende auf der Warteliste

Für Studenten bleibt die Lage auf dem Stuttgarter Wohnungsmarkt angespannt. Der Grundbesitzerverein setzt deshalb Anreize für die Vermieter.

17.08.2016
  • JÜRGEN SCHMIDT

Stuttgart. „Hallo zusammen, ich (m) bin 20 Jahre alt und werde ab dem kommenden Wintersemester in Stuttgart studieren. Dafür suche ich eine aufgeräumte WG mit netten Mitbewohnern, welche, wenn möglich, zentrumsnah liegen sollte. Ich bin Nichtraucher“, schreibt ein adretter junger Mann in einem Internetportal. Sein Wohnungsgesuch hat er mit einem Foto illustriert, das ihn in Anzug und mit Fliege zeigt. Auch auf anderen Webseiten sind Porträtbilder wie bei einer Job-Bewerbung inzwischen weit verbreitet, um bei potenziellen Vermietern oder Mitbewohnern in Wohngemeinschaften Eindruck zu machen. Kein Wunder, denn eine Wohnung oder ein Zimmer zu finden, ist für Studenten auf dem angespannten Stuttgarter Markt inzwischen ein großes Problem, nicht anders als in klassischen Universitätsstädten wie Tübingen oder Heidelberg.

Wie viele Zimmer zu Beginn des kommenden Wintersemesters gebraucht werden und wie viele junge Menschen zunächst einmal leer ausgehen, kann derzeit noch niemand sagen. Zahlen, auch speziell für Stuttgart, erwartet man beim Studierendenwerk von der derzeit laufenden bundesweiten Sozialerhebung unter Studenten. Die Zahlen der 21. Umfrage dieser Art werden aber erst im kommenden Jahr vorliegen. Dann hat das Wintersemester freilich schon begonnen. Klar ist schon jetzt, dass die offiziell zur Verfügung stehenden Wohnheimplätze des Studierendenwerkes Stuttgarts bei Weitem nicht ausreichen werden – 4400 Studenten stehen auf der Warteliste für einen Wohnheimplatz. Diese Plätze befinden sich zu 75 Prozent direkt in Stuttgart.

Und das, obwohl im ganzen Großraum aufgestockt wird: In der Hochschulregion, zu der neben Stuttgart auch Ludwigsburg, Esslingen und Göppingen gehören, stehen derzeit 6700 Zimmer zur Verfügung. Im Herbst sollen fast 500 weitere Plätze dazukommen. In Stuttgart wird die Wohnanlage an der Rosensteinstraße mit 346 Zimmern in Wohngemeinschaften eröffnet, in der Esslinger Weststadt kommen 86 WG-Zimmer und 45 Appartements für die Kurzzeitvermietung dazu.

Doch trotz der Aufstockung ist das Studierendenwerk noch ein Stück von der eigenen Zielmarke entfernt. „Unser Anliegen ist es, mindestens zwölf Prozent aller Studierenden in der Hochschulregion Stuttgart eine Bleibe in unseren Wohnanlagen bieten zu können, das wären derzeit 7500 Wohnplätze“, sagt eine Sprecherin. Zu Plänen für weitere Wohnanlagen gibt es derzeit allerdings keine Angaben. Bedarf für weitere Plätze sieht das Studierendenwerk vor allem in Stuttgart und in Ludwigsburg, den beiden größten Hochschulstandorten in der Region.

Ihren Beitrag gegen die studentische Wohnungsnot sollen und wollen deshalb auch private Vermieter leisten. Im vergangenen Jahr ist das Studierendenwerk erstmals eine Zusammenarbeit mit Haus & Grund Stuttgart eingegangen. Der Immobilieneigentümerverband bietet seinen Mitgliedern eine spezielle Beratung zu rechtlichen und praktischen Fragen bei der Vermietung an Studenten an, die Anstalt des öffentlichen Rechts hat ein kostenloses Onlineportal für die Vermittlung von Privatzimmern auf seiner Internetseite eingerichtet. Im vergangenen Jahr seien 400 Angebote von privaten Vermietern dort eingestellt worden, erklärt Tobias Burchard, Geschäftsführer des Studierendenwerks Stuttgart.

Damit es noch mehr werden, appelliert der Stuttgarter Haus & Grund-Geschäftsführer Ulrich Wecker an seine Mitglieder, „die eigenen Objekte nach bisher ungenutzten beziehungsweise nicht mehr genutzten Räumen zu durchforsten, um so möglicherweise bisher noch verborgenen Wohnraum zu aktivieren“. Und damit möglichst viele potenzielle Vermieter auf die Wohnungsnot aufmerksam werden, will das Studierendenwerk in den kommenden Wochen auf Bussen, Bahnen und in Zeitungen um Studentenbuden werben.

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17.08.2016, 06:00 Uhr
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