Großer Andrang im Schänzle

Tausende Besucher beim Rottenburger Fest der Nationen

Strahlend blauer Himmel lockte am Samstag und Sonntag Tausende von Besuchern zum Fest der Nationen im Rottenburger Schänzle.

29.05.2017

Von Werner Bauknecht

/
Strahlend blauer Himmel lockte am Samstag und Sonntag Tausende von Besuchern zum Fest der Nationen im Rottenburger Schänzle. Bild: Franke
Strahlend blauer Himmel lockte am Samstag und Sonntag Tausende von Besuchern zum Fest der Nationen im Rottenburger Schänzle. Dort trat auch der Chor Folklang der vhs mit vielen Solisten auf. Bild: Franke
Strahlend blauer Himmel lockte am Samstag und Sonntag Tausende von Besuchern zum Fest der Nationen im Rottenburger Schänzle. Dort trat auch der Chor Folklang der vhs mit vielen Solisten auf. Bild: Franke
Strahlend blauer Himmel lockte am Samstag und Sonntag Tausende von Besuchern zum Fest der Nationen im Rottenburger Schänzle. Auch eine Tanzgruppe aus Serbien trat auf. Bild: Franke
Strahlend blauer Himmel lockte am Samstag und Sonntag Tausende von Besuchern zum Fest der Nationen im Rottenburger Schänzle. Dort trat auch der Chor Folklang der vhs mit vielen Solisten auf. Bild: Franke
Strahlend blauer Himmel lockte am Samstag und Sonntag Tausende von Besuchern zum Fest der Nationen im Rottenburger Schänzle. Dort trat auch der Chor Folklang der vhs mit vielen Solisten auf. Bild: Franke
Strahlend blauer Himmel lockte am Samstag und Sonntag Tausende von Besuchern zum Fest der Nationen im Rottenburger Schänzle. Dort trat auch der Chor Folklang der vhs mit vielen Solisten auf. Kathryn Doehner leitet den Auftritt. Bild: Franke
Dder russische Kulturverein Feuervogel eröffnete den Reigen. Bild: Franke
Auch traditionelle Tänze aus Venezuela wurden gezeigt. Bild: Franke
Strahlend blauer Himmel lockte am Samstag und Sonntag Tausende von Besuchern zum Fest der Nationen im Rottenburger Schänzle. Bild: Franke
Strahlend blauer Himmel lockte am Samstag und Sonntag Tausende von Besuchern zum Fest der Nationen im Rottenburger Schänzle. Bild: Franke
Cur Salih aus der türkischen Partnerstadt Yalova hatte ein Gastgeschenk für OB Stephan Neher dabei.
Bild: Franke
Strahlend blauer Himmel lockte am Samstag und Sonntag Tausende von Besuchern zum Fest der Nationen im Rottenburger Schänzle. Bild: Franke
Strahlend blauer Himmel lockte am Samstag und Sonntag Tausende von Besuchern zum Fest der Nationen im Rottenburger Schänzle. Bild: Franke

Das Wetter alleine war nicht für den Besucherandrang beim 7. Fest der Nationen verantwortlich. Schon der Geruch der unterschiedlichen Speisen, der jedem Besucher im Schänzle-Park entgegenschlug, lud zur Einkehr ein. Verköstigt wurden die Gäste etwa vom Bosnischen Verein „Vielfalt“ mit Cevapcici im Fladenbrot. Der Türkisch-Deutsche Freundschaftsverein bot von Lahmacun und Köfte über Gözleme bis zum Süßgebäck Baklava allerlei türkische Spezialitäten an.

Dass am Samstag zugleich der Fastenmonat Ramadan begann, machte den Mitarbeiterinnen am türkischen Stand anscheinend wenig aus. „Damit haben wir kein Problem“, sagte eine der Frauen, die dort arbeitete. „Wir wussten ja, was auf uns zukommt.“ Auch Gülzin Mehmedi, die mit ihren Kindern als Gast da war, wollte davon nichts hören. „Nächste Woche hat meine Schwester Geburtstag, sollen wir den verschieben wegen Ramadan?“

Birgit Reinke, Leiterin des Amts für Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerengagement, die wie jedes Jahr die Veranstaltung moderierte, mochte darin auch kein Problem erkennen. „Unser Termin ist jedes Jahr zur gleichen Zeit, der ist auch mit den Moslems abgesprochen und für die ging das in Ordnung. Manchmal fällt der Termin auf den Muttertag, da wird auch nichts verschoben. Außerdem ist das keine muslimische Veranstaltung, sondern eine für alle Nationen und Konfessionen.“

Am russischen Stand des Kulturvereins „Druzhba“ röstete derweil das Schaschlik auf dem Grill. Kuchen gab es auch und Pfannkuchen. Palästinensische und libanesische Frauen verkauften Weinblätter, Käse- und Fleischtaschen, die bosnische Schule bot Teigblätter und Waffeln an. Der Verein „Mi Tierra“ punktete mit Cocktails, Sekt oder Tapas.

Seine Wurzeln kennen

Oberbürgermeister Stephan Neher eröffnete das Fest und wies auf dessen integrativen Charakter hin. „Man muss seine Wurzeln kennen“, sagte er zu den Besuchern, „aber man muss sich auch dafür interessieren, was bei uns, in Deutschland, in Rottenburg passiert.“ Aus der Rottenburger Partnerstadt Yalova (Türkei) begrüßte er Salih Cur, der Grüße von Bürgermeister Salman mitbrachte.

Traditionell begann das Fest mit der russischen Gruppe „Feuervogel“, die mit ihren folkloristischen Gesängen und wunderbar bunten Kostümen gefielen. Diese haben sie gemeinsam mit der Schneidern Christine Pape entworfen und genäht.

Das Tübinger Integrationsprojekt „Move and groove“ veranstaltet auch musikalische Workshops. Daraus ging die Band Abi Baghdat hervor. Die fünf Jugendlichen aus verschiedenen Nationen proben mit Philipp Ziem seit April 2016. Im Schänzle stellten sie einige Songs vor, die sie eingeprobt
haben. Das reichte vom „Integrations-Rap“ über Adeles „Someone like you“ bis zum mazedonischen Volkslied. Es gab reichlich Beifall für die Musikerinnen und Musiker.

Als ungeplante Einlage traten Gäste aus Serbien auf, die zum Donauschwaben-Treffen nach Bad Niedernau gekommen waren (siehe Bericht vom Freitag). Spontan zeigte die Tanzgruppe aus Backi Gracac (auch Filipowa) ihre Kunst und legte eine flotte Sohle hin. Volkstanz vom Feinsten, in wunderschönen Trachten, wenngleich die schweren Mützen für die Jungs bei der Hitze eine echte Belastung waren. Es gab viel Beifall von den Zuschauern. Das waren zwar ein paar weniger geworden, weil mittlerweile das Fußball-Pokalfinale begonnen hatte. Aber der große Renner schien der Fußball am Samstag nicht zu sein.

Die dem Fest treu blieben, erlebten eine großartige Vorstellung von Folklang – Folk und Worldmusic aus Tübingen, einem interkulturellen Projekt der dortigen Volkshochschule, das vom Innenministerium und der Stadt Tübingen gefördert wird und seit 2015 existiert. Bei der interkulturellen Woche spielten sie bereits ein Mal in Rottenburg im Rathausfoyer. Bei dem Projekt kann jeder und jede mitspielen, Vorkenntnisse sind nicht nötig. Vorwiegend geht es um interkulturellen Austausch durch die Musik. Für das Konzert am Samstag haben sie seit Januar als Band geprobt. Dann kamen sie auf die Bühne: Etwa 30 Musiker und Musikerinnen. Instrumente bunt gemischt. Vom Cello über viele Geigen, Gitarren, Flöten, ein Fagott, Bass, Banjo und Percussion. Leiterin des Projekts ist die Geigerin Kathryn Döhner. Das Repertoire war bunt gemischt und international. Klassik, portugiesische Folklore, irischer Rig, sogar eine Vivaldi-Version auf Folklore, die manchmal englisch, manchmal fast wie Wiener Kaffeehausmusik klang. „Vivaldi war eben ein Folkie“, sagte Döhner.

Italienische Nacht im Schänzle

Ein Höhepunkt war die Einlage von zwei algerischen Musikern. Deren Spielfreude, Artistik, Mimik und die Tanzeinlagen des Sängern brachten das Publikum zum Johlen. Bald darauf, als es langsam dunkel wurde, gingen die bunten Lichter im Schänzle an. Stimmung wie bei einer italienischen Nacht. Passt auch gut zum Fest der Nationen.

Einen passenden Abschluss fand das Fest am Sonntagnachmittag mit einem Auftritt des Projektchors „Stimmen der Vielfalt“. Unter Leitung von Evgeniia Wiest hatten sich Sänger/innen verschiedener Chöre und Nationen, von „Feuervogel“, „Mi Tierra“, „Druzhba“, dem internationalen Frauenchor und dem „Shanty Chor Rottenburg“ zusammengetan. Mit „Die Gedanken sind frei“ begannen sie ihren Vortrag, zu dem auch ein Standard wie „Im Frühtau zu Berge“ gehörte. Mit internationalem Flair auf der Bühne endete das 7. Fest der Nationen.

Zum Artikel

Erstellt:
29. Mai 2017, 01:30 Uhr
Aktualisiert:
29. Mai 2017, 01:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2017, 01:30 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Inhalt nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+