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Wie die Bienen auf die Blüten

Tausende Besucher beim Rosenfest in Bebenhausen

Duft und Dornen, Stilvolles und Stau: Tübingens kleinster Teilort sah am Sonntag eins der größten Ereignisse der Stadt. Das Rosenfest zog Tausende von Blumenfreunden ins einstige Kloster.

11.07.2011

Von Eike Freese

Bebenhausen. Der Event-Hunger der Tübinger scheint kaum Grenzen zu kennen. Nachdem das Stadtfest mit zehntausenden Besuchern am Freitag und Samstag als eigentlicher Höhepunkt ereignisreicher Sommerfest-Wochen wahrgenommen worden war, stürmten am Sonntag noch einmal Tausende das beschauliche Bebenhausen: Das Rosenfest, erstmals zu Gast im Zisterzienser-Kloster, war ein Besuchermagnet eigener Güte.

Eine Prozession von Blumenfreunden

„Extrem“, fand auch Rosenfest-Veranstalter Ulf Siebert den Besucherandrang. „Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen.“ Vom frühen Morgen an drängten tausende Tübinger, aber auch Gäste aus Karlsruhe, Tuttlingen und Ulm auf das geschichtsträchtige Gelände am Schönbuchrand. Die Park-and-Ride-Plätze beim weit entfernten Hornbach-Baumarkt waren schon in den Morgenstunden voll. Von Lustnau aus zog sich eine lange Prozession von Blumenfreunden nach Bebenhausen: Radfahrer, Fußgänger, Rollstuhlfahrer.

Viele Verkäufer rund um die heiligen Hallen des Klosters rieben sich die Augen – und im Laufe des umsatzträchtigen Tages auch die Hände. „Aus den Vorjahren im Alten Botanischen Garten wussten wir, dass es ein beliebtes Fest ist“, sagte Rosenzüchterin Sonja Wagner aus Fellbach. „Dass es aber solch ein Anziehungspunkt auch außerhalb der Innenstadt bleibt, hätten manche nicht erwartet.“

Wagner vertritt die nach eigenen Angaben größte Rosenzucht Süddeutschlands. Sie spricht von einem wahren Rosen-Boom: „Die Rose ist die Königin der Blumen“, so Wagner. „Rosen werden deshalb zwar immer gekauft, aber in den vergangenen Jahren hat sich rund um den Garten ein eigener Lebensstil entwickelt.“

Der Schweizer Gartenbauer und Rosen-Experte Alois Leute fand zwischen seinen Vorträgen und Führungen Zeit, das Phänomen näher zu erklären. „Die Rose ist zwar ein Klassiker, aber sie galt noch vor 40 Jahren als ein wenig angestaubt“, so Leute. „Seit ein paar Jahren gibt es eine große Rückbesinnung. Statt kühler Blumenkunst wollen die Menschen Nostalgie und Harmonie.“

Friedemann Binder und seine Tübinger „Rosenfreunde“ begeistern sich schon seit Jahrzehnten für die Blume der Liebe. Den enormen Ansturm aufs Bebenhäuser Rosenfest am Sonntag konnte sich allerdings auch der Pflege- und Zucht-Experte nicht erklären: „Sicher, der Ort ist magisch“, sagte Binder. „Aber der Ansturm gibt auch mir Rätsel auf.“

Rosen-Seife, Rosen-Ohrringe, Rosen-Honig: Rund um die florale Pracht hatten die Veranstalter eine ganze Armada thematisch mehr oder weniger passender Accessoires aufgefahren. Vor dem Kloster wurden wohlweislich ein paar Quadratmeter Fläche als „Pflanzengarderobe“ ausgewiesen: Die Blumenfreunde lagerten hier ihre Tüten und Tröge – und mussten den Kaufrausch nur kurz unterbrechen. „Die Kulisse ist ein Traum“, begeisterte sich Schmuckdesignerin Christel Harnisch aus Biberach. Michael Reinicke war als Hibiscus-Spezialist (Hibiscus heißt auch „Rosen-Eibisch“) eigens aus Leverkusen angereist und freute sich ebenfalls über klingelnde Kassen: „Tolle Location! Ich glaube aber, dass die Veranstaltung über zwei Tage verteilt werden sollte. Allein wegen des Verkehrs.“

Auch Rosenfest-Impresario Ulf Siebert erwägte unter dem ersten Eindruck der Besuchermassen eine Zwei-Tage-Lösung im kommenden Jahr. „Gestern dachte ich noch, wir hätten zu wenig Werbung gemacht“, sagte der Tübinger Gastronom. „Heute denke ich anders darüber.“ Als am späten Nachmittag der Regen kam – gepaart mit einer Unwetterwarnung – hatten Hunderte von Rosenfest-Besuchern das Kloster im Laufschritt verlassen und für lange Staus von Bebenhausen bis nach Lustnau gesorgt. „Die Anfahrt ist leider eine Katastrophe, auch wenn der Ort selbst wunderschön ist“, sagte ein Tübinger Händler am Sonntagnachmittag.

Kaufpause in Klostergängen

Die Klosterverwaltung, so Siebert, sei im ersten Augenblick sehr angetan vom Erfolg des Festes, das das Kloster Bebenhausen einer neuen Klientel bekannt mache. Tatsächlich pausierten Hunderte abseits der Verkaufsstände in den Gängen des Klosters und genossen die spätmittelalterliche Sakral-Architektur.

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Zum ersten Mal fand das Tübinger Rosenfest diesmal im idyllischen Ambiente des Klosters bebenhausen statt.

Tausende kamen, um Rosen, aber auch allerlei andere Blumen zu begutachten.

Rosenfest-Veranstalter Ulf Siebert fand den Besucherandrang "extrem": „Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen.“

Auch Gäste aus Karlsruhe, Tuttlingen und Ulm drängten am Sonntag auf das geschichtsträchtige Gelände am Schönbuchrand.

Rund um die florale Pracht gab es thematisch mehr oder weniger passende Accessoires zu kaufen.

„Die Kulisse ist einfach ein Traum“, freute sich eine Verkäuferin.

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Erstellt:
11. Juli 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
11. Juli 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2011, 12:00 Uhr

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