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Blogger aus Saudi-Arabien

Tausend Hiebe und ein Preis für Meinungsfreiheit

Für seinen Blog wurde Raed Badawi in Saudi-Arabien zu 1000 Peitschenhieben verurteilt. Das EU-Parlament hat ihm nun den Sacharow-Preis zuerkannt.

30.10.2015
  • JUTTA HARTLIEB-BRAUN, AFP

Sein Schicksal bewegt seit Monaten die Weltöffentlichkeit. Die Vereinten Nationen, die EU, die USA und Kanada haben Saudi-Arabien wiederholt aufgerufen, den zu tausend Stockhieben und zehn Jahren Haft verurteilten Schriftsteller und Blogger Raef Badawi freizulassen - bisher vergeblich. Nun erkannte das Europaparlament dem 31-Jährigen den diesjährigen Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit zu. Die europäische Volksvertretung würdigte das mutige Eintreten des Wirtschaftswissenschaftlers für religiöse Toleranz und eine liberalere Gesellschaft in Saudi-Arabien.

Badawi hatte 2008 gemeinsam mit einer saudi-arabischen Aktivistin für Frauenrechte den Blog "Free Saudi Liberals" gegründet - eine Plattform zum Austausch von Ideen zu Politik, Religion und Gesellschaft. Den Behörden des ultrakonservativen Königreichs war dieses Forum ein Dorn im Auge. Im Mai 2014 wurde er in zweiter Instanz zu zehn Jahren Haft, 1000 Peitschenhieben und einer Geldstrafe von umgerechnet 200 000 Euro verurteilt. Als Badawi im Januar vor einer Moschee die ersten 50 Peitschenhiebe erhielt, wurde er so schwer verletzt, dass die Schläge bis auf weiteres ausgesetzt wurden.

Doch nun, so befürchtet seine Frau Ensaf Haidar, könnte dem 31-Jährigen schon bald die nächste öffentliche Auspeitschung bevorstehen. Dies habe sie von einer "informierten Quelle" erfahren, berichtete Haidar in Kanada, wohin sie vor zwei Jahren mit den drei gemeinsamen Kindern geflüchtet war.

Haidar beschreibt ihren Mann als zärtlichen Vater und Büchernarren. Badawi habe zunächst eine englischsprachige Computerschule betrieben, seine wahre Berufung sei aber das Schreiben gewesen. "Er setzte sich für Dialog zwischen den Menschen ein. Er wollte Meinungsfreiheit und Rechte für Frauen und für alle Menschen." Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) forderte den saudi-arabischen König nun auf, Badawi "unverzüglich, noch heute" freizulassen. Bisher sind freilich alle Appelle für eine Begnadigung und Freilassung des Bloggers in Riad auf taube Ohren gestoßen.

Tausend Hiebe und ein Preis für Meinungsfreiheit
Protestanten tragen das Bild des saudischen Bloggers Raed Badawi Foto: dpa

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30.10.2015, 12:00 Uhr
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