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Stuttgart

Tatort Schule: Zahl der Straftaten hat zugenommen

Prügeleien, Diebstahl und Mobbing - die Gewalt an den Schulen macht nicht nur Lehrern und Eltern zunehmend Sorgen.

21.04.2018

Von dpa/lsw

Ein Polizeibeamter steht auf dem Gelände einer Schule. Foto: Peter Gercke/Archiv dpa/lsw

Stuttgart. Der Tatort Schule ist längst auch fester Bestandteil der Kriminalstatistik in Baden-Württemberg. Diese weist für 2017 eine Zunahme von Straftaten im Vergleich zum Vorjahr auf. Wie aus dem Zahlenwerk hervorgeht, erfasste die Polizei im vergangenen Jahr 13 209 Straftaten an Schulen - ein Plus von 5 Prozent im Vergleich zu 2016 und der höchste Wert seit fünf Jahren. Die Aufklärungsquote lag bei über 40 Prozent.

Ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) betont zwar, dass diese Daten sich lediglich auf die Schule als Tatort bezögen und nicht zwangsläufig auch etwas mit dem Schulbetrieb zu tun haben müssten. Dass es eine Zunahme von Gewalt und Straftaten an den Schulen gebe, sei aber in der täglichen Schulpraxis allgegenwärtig, heißt es beim Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg (VBE). Und längst nicht alle Fälle erreichten auch die Polizei.

«Es fehlt oft am nötigen Respekt gegenüber anderen Schülern und Lehrern und gegenüber Sachgegenständen», sagt der stellvertretende VBE-Vorsitzende Michael Gomolzig. Solche Probleme an den Schulen nähmen merklich zu. Viele Schüler lebten in Angst. Allein die Zahl der in der Kriminalstatistik erfassten Körperverletzungsdelikte erreichte mit 1621 Fällen den höchsten Wert seit 2011. Besorgt sind auch die Verantwortlichen im Bildungsministerium.

«Gewalt darf weder zum Berufsbild einer Lehrkraft gehören noch zum Alltag an unseren Schulen. Wir brauchen starke Schulgemeinschaften, in denen alle dazu beitragen, Gewalt zu verhindern», sagt Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Fähigkeiten wie werteorientiertes Handeln und das gewaltfreie und konstruktive Lösen von Konflikten seien aktueller denn je. So habe etwa das Präventionskonzept stark.stärker.WIR viele Schulen auch für die oft unterschwellige Gewalt sensibilisiert.

Was Lehrern außerdem Sorge bereitet, ist das Veröffentlichen von Videomaterial, das wehrlose Schüler herabwürdigt, im Internet. «Mobbing und ein zunehmend rücksichtsloser Umgang im Internet zeigen, dass auch die Stärkung der Medienkompetenz in diesem Zusammenhang unabdingbar ist. Wir setzten deshalb auch hier einen Schwerpunkt», sagt Eisenmann. Die Verhinderung von Gewalt habe einen hohen Stellenwert an den Schulen im Südwesten. Das Land unterstütze die Schulen mit Schulpsychologen, Beratungslehrkräften und Präventionsbeauftragten.

Die Zunahme der Straftaten geht nicht zuletzt mit einem Anstieg der Zahl der Tatverdächtigen einher - und zwar um 12,4 Prozent auf 5793 im Vergleich zu 2016. Die größten Gruppen waren Jugendliche und Kinder. Auffällig war in der Statistik der vergleichsweise starke Anstieg bei Verdächtigen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Deren Zahlen erreichten 2017 jeweils Höchststände im Rückblick der vergangenen zehn Jahre. So waren es im vergangenen Jahr aus Syrien 182, aus dem Irak 90 und aus Afghanistan 74 Tatverdächtige. In der großen Überzahl waren die Tatverdächtigen laut Statistik aber männliche deutsche Staatsangehörige.

Auch mit Blick auf diese Zahlen betonte das LKA, dass die Tatverdächtigen keine Beziehung zur Schulen haben müssten. Immer wieder werden zum Beispiel die nach Unterrichtsschluss verlassenen Schulhöfe Tatort von Rauschgiftdelikten, ohne dass die Täter einen Bezug zur Schule hätten.

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Erstellt:
21. April 2018, 08:45 Uhr
Aktualisiert:
21. April 2018, 08:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. April 2018, 08:30 Uhr

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