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Nur Jonathan Tah schafft Sprung in DFB-Kader - Sorg wird Löw-Assistent

Talente im Wartestand

Die Fußball-Klassiker gegen England und Italien in den Osterferien sind eine Art Mini-EM. Joachim Löw verzichtet dabei weitgehend auf Experimente - und holt mit Marcus Sorg einen neuen Co-Trainer.

19.03.2016
  • GEROLD KNEHR

Frankfurt. Wetten, dass einige Bundesliga-Jungstars dieser Tage ihr Smartphone oder Handy ganz intensiv beobachtet haben? Doch der heiß ersehnte Anruf beziehungsweise eine Textnachricht von Fußball-Bundestrainer Joachim Löw erfolgte nicht. Nicht bei Julian Weigl, dem Shooting-Star von Borussia Dortmund, dessen Trainer Thomas Tuchel auf ihn im Mittelfeld nicht mehr verzichten will. Auch nicht bei Leroy Sane, dem Flügelflitzer des FC Schalke 04, der schon einmal in der A-Nationalelf spielen durfte. Vergeblich auf ein Signal aus der DFB-Zentrale in Frankfurt gewartet hat auch Mitchell Weiser, der Rechtsverteidiger von Hertha BSC - obwohl der Bundestrainer auf dieser Position seit dem Rücktritt von Philipp Lahm Handlungsbedarf hat. Und auch der gebürtige Rottweiler Joshua Kimmich, der beim FC Bayern München in der Innenverteidigung auf sich aufmerksam gemacht hat, fehlt in Löws Liste.

Ein Neuling freilich hat es in das mit 27 Köpfen sehr große Nationalmannschafts-Aufgebot für die Länderspiele am Samstag, 26. März in Berlin gegen England und am Dienstag, 29. März in München gegen Italien geschafft: Jonathan Tah, der vor einem Monat seinen 20. Geburtstag gefeiert hatte. Der Leverkusener spielt wie der ein Jahr ältere Kimmich auf der Innenverteidiger-Position, ist aber 16 Zentimeter größer und deutlich athletischer als Kimmich. "Durch die Verletzungen von Jérome Boateng und Benedikt Höwedes wollten wir eine weitere Option für die Defensive. Er ist körperlich stark und sehr schnell. Wir sind nun gespannt darauf, wie er sich in unserem Kreis präsentiert", sagt Löw über den 1,92-Meter-Hünen, den sie in Leverkusen "Big Mike" nennen.

Dass Löw in den beiden Länderspiel-Klassikern auf weitere personelle Experimente verzichtet, verwundert auf den ersten Blick. Denn bis zur Europameisterschaft in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli) hat er dazu kaum noch eine Gelegenheit. Spätestens am 31. Mai muss der Bundestrainer sein 23 Mann starkes EM-Aufgebot der Uefa bekanntgeben. Bis dahin steht jedoch nur noch ein weiteres Länderspiel auf dem Kalender: die Begegnung am 29. Mai in Augsburg gegen die Slowakei. Am 4. Juni trifft die DFB-Auswahl in Gelsenkirchen auf Ungarn. Acht Tage später steht bereits das erste EM-Gruppenspiel gegen die Ukraine in Lille auf dem Programm.

So werden die beiden Klassiker gegen England und Italien am Bundesliga-freien Wochenende zu einer Generalprobe für Frankreich, eine Art Mini-EM. Löw setzt dabei auf sein vertrautes Personal, das sich für den Frühsommer einspielen soll. Einmal mehr vertraut der Bundestrainer Bastian Schweinsteiger und Mario Götze, obwohl beide verletzungsbedingt bei ihren Klubs Manchester United und FC Bayern in den vergangenen Monaten kaum gespielt haben. "Beide haben sich wieder herangekämpft. Als Kapitän wollte Bastian unbedingt dabei sein. Diese Einstellung ist vorbildlich. Bastian ist ein absoluter Leader", sagt der Bundestrainer. Auch Dauerbrenner Lukas Podolski (126 Länderspiele) ist wieder im Aufgebot, genauso wie Türkei-Legionär Mario Gomez.

Experimentierfreudiger als bei seiner Nominierung war Löw bei der Zusammenstellung seines Trainerteams. Mit dem Ulmer Marcus Sorg, bislang U-19-Nationaltrainer, hat er bis zur EM in Frankreich neben Thomas Schneider einen zweiten Co an seine Seite berufen. "Die Anforderungen an den Trainerstab vor und während eines Turniers sind enorm. Zudem wollen wir noch individueller und spezieller mit den Spielern trainieren. Jede Kleinigkeit zählt, und ein weiterer Trainer erlaubt uns, unsere Ideen gezielter umzusetzen", begründet Löw die Beförderung seines 50-jährigen Landsmanns Sorg, der einst die Stuttgarter Kickers, den SSV Ulm 1846 und den Bundesligisten SC Freiburg trainierte und der mit der U 19 im Juli 2014 Europameister wurde.

"Ich freue mich auf die Herausforderung, bei der A-Mannschaft mitzuarbeiten", sagt Marcus Sorg, der nach der Europameisterschaft in Frankreich wie geplant von Horst Hrubesch die U-21-Nationalelf übernehmen wird. Die U 19 betreut ab sofort Guido Streichsbier.

Mit Sorgs Beförderung will der DFB die Durchlässigkeit zwischen dem Jugend- und dem Aktiven-Bereich unterstreichen - auch wenn dieses Mal Youngster wie Weigl, Sane, Weiser und Kimmich nicht zum Zuge kamen. "Das heißt aber nicht, dass Spieler, die jetzt nicht dabei sind, abgeschrieben sind. Im Gegenteil, wir haben besonders einige jüngere Spieler weiterhin im Blickpunkt", lässt Löw den Nachwuchs nach wie vor von einer EM-Teilnahme träumen. Beendet ist dagegen der EM-Traum von Ron-Robert Zieler. Der Hannoveraner taucht nicht in der Liste der vier nominierten Torhüter auf. Auf die zwei freien EM-Plätze hinter Stammkeeper Manuel Neuer dürfen Bernd Leno, Marc-André ter Stegen und Kevin Trapp hoffen.

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19.03.2016, 08:30 Uhr
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