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Tagespflege zum Schnäppchenpreis

Frühschicht im Pflegeheim: Der zweijährige Sohn schläft noch (im Idealfall). Bei Dunkelheit werden Windeln, Kleider und Spielsachen ins Auto gepackt, der Sprössling dazu, und ab geht die Fahrt. Bei der Tagesmutter brennt schon Licht, sie nimmt das schlummernde Kind in Empfang, die Mutter macht, dass sie weiterkommt zur Arbeit.

17.07.2009

So sieht oft der Alltag von abgebenden Eltern und von Tagesmüttern aus. Letztere decken eine Lücke im Betreuungsangebot von Städten und Gemeinden ab, das diese schon allein aus tariflichen Gründen schwer schultern können. Nur ganz wenige Krippen – etwa im Klinikum selber – verfügen über unorthodoxe Öffnungszeiten.

Mit seinen gesetzlichen Vorgaben haben Bund und Land Fakten geschaffen, die sie nun vor allem in die Verantwortung der Kommunen legen. Das ist einerseits gut, andererseits schlecht. Gut an den neuen Vorgaben ist, dass sie Städte und Gemeinde zum Umdenken zwingen. Nur wer Betreuungsplätze schafft, ermöglicht Eltern auch die Berufstätigkeit und schafft ihnen eine attraktive Infrastruktur im Wohnumfeld. Dafür gibt es genügend positive Beispiele im Kreis Tübingen – etwa in Tübingen selber oder auch in der Gemeinde Gomaringen, wenn es um die Spitzenwerte bei dem Ausbau der Betreuungsplätze für unter Dreijährige geht.

Im Ansatz gut ist auch die Idee von Bund und Land, die Tagespflege für die unter Dreijährigen attraktiver zu machen, indem sie diese über den Finanzausgleich bezuschussen. Allein: Dieser Zuschuss reicht keineswegs aus, um die Tagespflege für Eltern auch nur annähernd so günstig anbieten zu können wie einen Krippenplatz. Die Rechenbeispiele der Kreisverwaltung zeigen deutlich: Eltern mit einem mittleren Jahreseinkommen von bis zu 50 000 Euro können sich einen Tagespflegeplatz von mindestens 300 Euro im Monat für ihr zweijähriges Kind schlichtweg nicht leisten. Ein kommunaler Krippenplatz ist dagegen selbst in der höchsten Gebührenstufe für 230 Euro zu haben.

Solange die Gebührensätze so weit auseinanderliegen, bleibt das Modell der Tagespflege die Luxus-Variante für Gutverdienende. Der Kreistag hätte mit dem Vorschlag von SPD, FDP und Grünen ein deutlicheres Zeichen für die Tagespflege mit einer sozial ausgewogeneren Gebührenstaffel setzen können. Er hat Mehrkosten angeführt, die er bis zum Jahr 2013 ohnehin haben wird: Weil die Städte und Kommunen noch über 700 Betreuungsplätze für unter Dreijährige einrichten müssen, sind diese auf die Tagespflege angewiesen. Und die ist im Vergleich zu den kommunalen Ausgaben für Personal und Sachkosten die günstigere Variante. So gesehen wäre der von den drei Fraktionen vorgeschlagene Tagespflege-Zuschuss von gut einer halben Million Euro ein echter Schnäppchenpreis für Gemeinden und Kreis.

Christiane Hoyer

g siehe Seite 25

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17.07.2009, 12:00 Uhr
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