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Tablette, Hundefutter, D-Mark
Geldscheine aus dem Ausland, dazu Knöpfe und eine Tablette: der evangelische Pastor Jens-Arne Edelmann mit dem Klingelbeutel und Fundstücken daraus. Foto: epd
Kirche

Tablette, Hundefutter, D-Mark

Ein evangelischer Pfarrer aus Niedersachsen hat eine Sammlung mit dem angelegt, was Gläubige im Gottesdienst so alles in den Klingelbeutel fallen lassen.

20.09.2017
  • EPD

Gieboldehausen. Pastor Jens-Arne Edelmann (53) gräbt mit einer Hand in dem roten, samtweichen Kollektenbeutel. Lächelnd holt er ein Bonbon mit kyrillischer Schrift, einen Perlmutt-Knopf, einen kanadischen Geldschein und eine Tablette heraus. Nach und nach breitet er seine Sammlung in der evangelischen Gustav-Adolf-Kirche in Gieboldehausen (Niedersachsen) auf einem Tisch aus: Sachen, die seit mehr als 15 Jahren während des sonntäglichen Gottesdiensts neben der Geldspende in den Klingelbeutel geworfen werden.

Als Edelmann seinen Dienst in dem kleinen Dorf im Eichsfeld im Jahr 2000 begann, stellte er fest, dass immer mal wieder ungewöhnliche Dinge in der Kollekte zutage kamen. Er begann damit, sie in einer kleinen Plastikdose zu sammeln: Büroklammer, Hundetrockenfutter, Getreide-Ähren, bunte Chips für Einkaufswagen.

Heute noch, mehr als 15 Jahre nach der Einführung des Euro, finde er Pfennige und D-Mark im Klingelbeutel, sagt Edelmann. Die Gottesdienstbesucher lassen auch Geld aus anderen Ländern hineinfallen. Anhand der Münzen, beispielsweise aus Polen oder Ungarn, könne man erahnen, wo die Menschen im Urlaub waren. „Es wäre spannend, wenn man dazu eine Geschichte schriebe.“

Über die Herkunft der eigenwilligen Spender weiß er wenig, sagt Edelmann, während er einen kleinen Spielgeldschein von 20 Mark in die Hände nimmt. Eine böse Absicht stecke aber nicht dahinter, glaubt er: „Das passiert sicherlich nicht, um uns zu ärgern.“ Vielleicht seien manche der Meinung, dass Kirche generell mit Geld etwas anfangen könnte, oder es rutsche einfach so mit in den Beutel. „Ich kenne jemanden, der gar nichts hatte und der dann Knöpfe gegeben hat, weil es ihm so peinlich war.“

In historischen Berichten war noch vom „Betrug an der Kirche“ die Rede, als Gottesdienstbesucher Knöpfe anstatt Geldmünzen in die Klingelbeutel warfen. Vor der Einführung einer Kirchensteuer im 19. Jahrhundert war das Personal der Kirchen und besonders der Küster auf die Kollekte angewiesen gewesen.

Meistens aber landen gewöhnliche Euromünzen im Klingelbeutel seiner Gemeinde, sagt Edelmann. Nicht jede Woche kommen neue Fundstücke für seine Sammlung dazu. Vor zwei Jahren hatte er die Inhalte seiner Plastikdose unter dem Titel „Kuriositäten aus dem Klingelbeutel“ öffentlich ausgestellt. Das habe allerdings keinen Spenden-Boom mit weiteren außergewöhnlichen Gaben ausgelöst. epd

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20.09.2017, 06:00 Uhr
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