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Stuttgart 21

„Suse“ wird in Einzelteile zerlegt

Die riesige Tunnelbohrmaschine hat ihre Aufgabe erfüllt. Einige Stücke werden wieder verwendet.

19.10.2019

Von LSW

Mineure zerlegen im Tunnel die Maschine. Foto: Tom Weller/dpa

Stuttgart. Das Kernstück haben sie ihr schon genommen: Das Schneidrad, groß wie ein Einfamilienhaus, mit dem sich die Tunnelbohrmaschine „Suse“ durch die Hügel südlich von Stuttgart gegraben hat, ist abmontiert. Denn die Arbeit des rund 120 Meter langen Kolosses ist erledigt. „Suse“ hat große Teile des Fildertunnels gegraben, der den Hauptbahnhof mit dem Flughafen und der Neubaustrecke nach Ulm verbinden soll – ein zentraler Bauabschnitt des Bahn-Projekts Stuttgart 21. Jetzt wird sie in ihre Einzelteile zerlegt. Der Name „Suse“ steht für „Stuttgart-Ulm schnell erreicht“.

„Man ist schon ein bisschen wehmütig, wenn jetzt die Maschine abgebaut und nach draußen gebracht wird“, sagt Schichtingenieur Ralf Zuchtriegel. Die steht ungefähr einen Kilometer Luftlinie südwestlich vom Stuttgarter Fernsehturm – in knapp 200 Metern Tiefe. In der kreisrunden Röhre zerlegen Mineure die Maschine. Es ist warm: „Es ist das ganze Jahr T-Shirt-Wetter“, sagt Thomas Berner, Teamleiter der Bahn für den Fildertunnel.

Die Maschine könne man sich „wie eine Cola-Dose“ vorstellen, erklärt Berner. Vorne war das Schneidrad. Die Maschine „stemmte“ sich nach hinten ab und drückte das Schneidrad gegen den Fels. Dahinter arbeiteten Mineure, geschützt von einer runden Stahlhülle: der „Dose“. „Suse“ war wie eine Fabrik: vorne fräste sie, in der Mitte wurde gearbeitet, hinten kam ein Tunnel heraus. 20 bis 25 Meter sei „Suse“ so pro Tag ungefähr vorangekommen, sagt Matthias Türtscher, der Bauleiter der ARGE Atcost-21, die den Tunnel baut.

Bis Ende November soll „Suse“ abgebaut sein. Vielleicht werden die Mineure bei einem künftigen Projekt mit einzelnen Stücken der Maschine arbeiten. Denn während Teile wie die Stahlhülle oder Kabel verschrottet werden, nimmt der Hersteller Herrenknecht Herzstücke wie Antrieb, Hydraulik oder Elektroteile zurück. Bei dem in Lahr ansässigen Unternehmen werden die Teile dann geprüft und aufbereitet, sie können dann bei künftigen Tunnelbohrmaschinen verwendet werden, teilt das Unternehmen mit. Gregor Bauernfeind

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Erstellt:
19. Oktober 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
19. Oktober 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2019, 06:00 Uhr

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