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Migration

Suizide von Asylbewerbern alarmieren Grüne

Landtagsfraktion fordert „standardisierte Verfahren“ für Umgang mit abgelehnten Flüchtlingen.

11.07.2018

Von AXEL HABERMEHL

Ein Asylbewerberin unter einer Deutschlandfahne. Foto: Jens Büttner/dpa

Stuttgart. Angesichts mehrerer Suizide und Suizidversuche von Asylbewerbern im Südwesten fordert die Grünen im Landtag einen schonenden Umgang mit abgelehnten Flüchtlingen. Innenpolitiker Alexander Maier sagte, es müssten „standardisierte Verfahren für den Umgang mit abgelehnten Asylbewerbern gefunden werden“.

Dazu zähle er schnellere Verfahren, menschenwürdige Unterkünfte, psychologische Betreuung und umfassende Rechtsberatung. Flüchtlingshelfer müssten geschult werden, Selbstmordgefährdung zu erkennen. Abgelehnten Migranten solle das Land „Rückkehr- und Reintegrationshilfen mit Perspektiven im Heimatland anbieten“. Ungeachtet zu vollziehender Ausreisepflichten dürfe man individuelle Schicksale von Betroffenen nicht vergessen.

In Maiers Wahlkreis Göppingen hatte sich Ende Mai ein 35-jähriger Iraner im Landratsamt mit brennbarer Flüssigkeit übergossen und angezündet. Ein Mitarbeiter des Amts konnte ihn retten. Zuvor hatte der Iraner den Ablehnungsbescheid seines Asylantrags vorgezeigt. Zwei Landtagsanfrage zum Thema – je eine von Grünen und SPD – ergaben, dass in den vergangenen Jahren immer wieder Selbstmorde, entsprechende Versuche, Ankündigungen und Selbstverletzungen von Flüchtlingen vorkamen.

Innenminister Thomas Strobl (CDU) wies in den Antworten seines Ressorts darauf hin, dass solche Taten statistisch nur teilweise erfasst und der Aufenthaltsstatus der Personen nicht vermerkt würde, jedoch zählte er nach Abfragen bei Behörden einige Fälle auf. Den Auskünften zufolge, die „keinen Anspruch auf Vollständigkeit“ erheben, gab es seit 2015 landesweit zehn Suizide und dutzende Versuche sowie Selbstverletzungen von Asylbewerbern. An die hundert Personen erhielten entsprechende psychologische Betreuung. Insgesamt liegt die Zahl der Suizide im Land seit zehn Jahren immer um rund 1300 Fälle pro Jahr.

„Ein kausaler Zusammenhang zwischen Suizidversuchen beziehungsweise Suiziden und negativen Verfahrensentscheidungen ist aus den vorliegenden Daten nicht verifizierbar“, schreibt Strobl. Ein zumindest zeitlich enger Zusammenhang sei aber in einigen Fällen gegeben gewesen.

Alle in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebrachten Menschen hätten Zugang zu medizinischer Grundversorgung, es gebe landesweit Hilfsangebote für psychisch labile und traumatisierte Asylbewerber. Auch die Rückkehrberatung schließe das Thema Suizid ein. Axel Habermehl

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Erstellt:
11. Juli 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
11. Juli 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2018, 06:00 Uhr

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