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Suche nach dem verlorenen Schwung
Einsatzfreudig, aber ohne größere Akzente im Angriffsspiel: An Thomas Müller, hier im Zweikampf mit dem Tschechen Jan Boril, lief die Partie in Prag über weite Phasen vorbei. Foto: Eibner
Nationalmannschaft

Suche nach dem verlorenen Schwung

Im Heimspiel gegen Norwegen geht es für die deutschen Akteure auch darum, die Spielstärke und die Effizienz, mit der sie im Confed-Cup zu begeistern wussten, zurückzugewinnen.

04.09.2017
  • ARMIN GRASMUCK

Prag/Stuttgart. Leidenschaftliche Angriffe, schnelle, direkte Pässe im Mittelfeld, aber auch in den Strafraum des Gegners hinein – so frisch und frei hat die deutsche Nationalmannschaft im Confed-Cup gewirbelt. Die von Bundestrainer Joachim Löw und seinen Assistenten entwickelte Spielweise war so schlüssig, flüssig und zupackend, dass die Tore fast zwangsläufig fallen mussten. Am Ende triumphierte die Auswahl des Weltmeisters bei der Generalprobe für die WM 2018 in Russland, obwohl sie mit einer ganzen Reihe von Spielern aus der zweiten Reihe angetreten war. Dagegen wirkte der Auftritt in der WM-Qualifikation am Freitag, keine zwei Monate später, in Tschechien wie ein Rückfall in längst vergessene Zeiten.

Behäbig und auf unerklärliche Weise uninspiriert wirkten Thomas Müller, der in Prag den etatmäßigen Kapitän Manuel Neuer vertrat, und die meisten seiner Mitspieler. Von dem Schwung, den sich auch Löw von seiner außergewöhnlich offensiv aufgestellten Mannschaft versprochen hatte, war nur in der Anfangsphase der Partie zu spüren. Danach blieb vieles Stückwerk. Am Ende konnte die deutsche Auswahl, die Timo Werner früh in Führung gebracht hatte, froh sein, dass es Mats Hummels kurz dem Abpfiff gelang, den zwischenzeitlichen Ausgleich der Tschechen erneut in den siegbringenden Vorsprung zu verwandeln.

Werner geht die langen Wege

„Es war ein glücklicher Sieg“, so gab Löw in seiner Analyse unumwunden zu. Er wirkte überrascht und spürbar enttäuscht von dem, was seine Elf dargeboten hatte. „Ich wollte unbedingt diese offensive Aufstellung. Ich wollte aber auch, dass die Spieler aus der zweiten Reihe viel mehr in die Tiefe gehen. Wir haben eigentlich nicht hinter die Linien gespielt und sind nicht in die Tiefe gegangen. Das war das Problem.“ Mittelstürmer Werner, der Senkrechtstarter von RB Leipzig, war der Einzige, der die Sprints in den freien Raum versuchte. Dagegen wirkten die anderen Angreifer über weite Phasen seltsam zurückhaltend. Auch die Anzahl der einfachen Ballverluste war ungewöhnlich hoch, was die oft entblößte Abwehr in Verlegenheit brachte. „Es gab eine Phase im Spiel, in der wir fast gebettelt haben um ein Gegentor“, sagte Löw.

Für das Heimspiel heute (20.45 Uhr/RTL) in Stuttgart gegen Norwegen plant der Bundestrainer, die Startelf zu verändern. Julian Draxler, der als vom Weltverband Fifa als bester Spieler des Turniers im Confed-Cup ausgezeichnet wurde, darf beginnen, darauf hat sich Löw festgelegt.

Dagegen scheint die Vergabe der Plätze im Sturm offen. Der Bundestrainer hat angedeutet, dass er mit der schwäbischen Angriffsvariante liebäugelt – mit Werner, dem vor 21 Jahren in Stuttgart geborenen Torjäger, der um den Oberschwaben Mario Gomez (32) herumwirbeln könnte.

Erst am Spieltag wird sich entscheiden, ob Sami Khedira einsatzfähig ist. Der aus Oeffingen hervorgegangene Mittelfeldstratege, wie Gomez ein Schlüsselspieler in der Meistermannschaft des VfB Stuttgart vor zehn Jahren, wird seit einigen Tagen von Schmerzen im Knie geplagt. Zuletzt wurde er mit individuellen Einheiten im Training aufgebaut. „Ich denke, dass das Knie wieder erholt ist“, sagte Khedira. „Ich hoffe, dass ich die Möglichkeit bekomme, mich an alter Wirkungsstelle zu beweisen.“

In den Planspielen des Bundestrainers ist Khedira, seit jeher einer der Lieblingsschüler Löws, auch im Hinblick auf die WM im nächsten Jahr eine feste Größe. In Leon Goretzka und Sebastian Rudy, die sich im Confed-Cup stark präsentierten, hat er jedoch ernsthafte Konkurrenten, die für seine Position infrage kommen.

Heikel wird, zumindest mittelfristig, die Lage von Müller, falls er im Verein keine regelmäßigen Einsatzzeiten gewährt bekommt und beim FC Bayern wie zuletzt auf der Ersatzbank schmoren muss. Der erfolgsverwöhnte Angreifer weiß mit dem Druck umzugehen. „Wir sind hier ja nicht auf der ,Puder Rosa Ranch‘ oder bei ,Wünsch Dir was‘“, sagte Müller locker. Den Spaß am Spiel spürt der Münchner selbst wenn der Ball an ihm vorbei rollt.

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04.09.2017, 06:00 Uhr
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