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Stuttgarter Wagenhallen: Exodus in die Containerstadt
Seit einigen Monaten wird an der „Containercity“ gewerkelt. Im Juli fand das Richtfest statt. Foto: Ferdinando Iannone
Bis Ende des Jahres müssen die Künstler ihr Domizil räumen

Stuttgarter Wagenhallen: Exodus in die Containerstadt

Für ein Jahr soll die „Containercity“ die Stuttgarter Wagenhallen ersetzen. Das Atelierhaus wird saniert. Immer mehr Künstler haben Interesse.

29.08.2016
  • TILMAN BAUR

Stuttgart. Bis Ende des Jahres müssen alle Künstler aus den Wagenhallen im Inneren Nordbahnhof ausgezogen sein. Denn im Januar beginnt die Sanierung der alten Industriebrache, die optimistischen Schätzungen zufolge ein Jahr dauern wird. Im Juli feierten die Künstler ein Richtfest in ihrem Ausweichquartier, der nur wenige Meter von den Wagenhallen entfernten Containersiedlung. Und Mitte August schritten Kreative im Rahmen eines Baufestivals zur Tat. In der sogenannten „Bauschule“, einer Mischung aus Workshop und handfester Aufbauarbeit, nahm die „Containercity“ erstmals Gestalt an.

Pablo Wendel ist vom Verlauf der Bauschule angetan. Der Performancekünstler gehört zum Vorstand des „Kunstvereins Wagenhallen“. „Es wurde viel Know-how vermittelt, das über das Projekt ,Containercity‘ hinausgeht“, so Wendel. Die Teilnehmer trieben ihre Projekte unter kompetenter Anleitung voran – Handwerker, Selbstbauexperten, Medienkünstler und andere Fachleute standen mit Rat und Tat zur Seite. „Es war eine tolle Mischung aus internen und externen Leuten“, sagt Pablo Wendel, der von rund 70 Teilnehmern spricht.

Neben fachlichem Erkenntnisgewinn habe die Bauschule auch eine integrative Wirkung entfaltet, meint Wendel. Kooperationen für gemeinsame Materiallager oder Werkstätten seien entstanden; die Vernetzung innerhalb der Wagenhallen verbessere sich. „Man meint immer, dass sich alle 80 Künstler gut kennen, das ist aber nicht unbedingt der Fall“, so Wendel. Nicht zuletzt gab es auch handfeste bauliche Fortschritte: „Es ist eine Gemeinschaftswerkstatt entstanden, ein zentraler, öffentlicher Platz, den alle nutzen können, sowie ein Toilettencontainer.“

Das Gemeinschaftsgefühl sei wichtig für die weitere Entwicklung. Denn rosig ist die Lage der Künstler nicht. Viele plagen Zukunftssorgen. „Am Ende des Jahres müssen alle Künstler aus den Wagenhallen ausgezogen sein, und das Projekt steht finanziell auf wackligen Beinen“, beschreibt der 36-jährige Performancekünstler die immer noch angespannte Situation. Ungeklärt ist zudem noch, wann die Stadt die zugesagten Strom- und Wasseranschlüsse bereitstellt. „Wir sind guter Dinge, dass das bis zur offiziellen Eröffnung im Oktober klappt“, sagt Wendel.

Den Praxistest müsse die „Containercity“ noch bestehen. „Was passiert, wenn es kalt wird, wenn es regnet?“, fragt sich Wendel. Nicht zu unterschätzen sei die Baustelle direkt nebenan, deren Auswirkungen aufs Arbeiten in den Containern noch nicht absehbar seien. „Wir haben eben einfach nicht mehr die Fläche und den Komfort, den wir vorher hatten“, so der Künstler. Die über zehn Jahre gewachsenen Idealbedingungen der Wagenhallen könne man nicht einfach umtopfen. Trotzdem ziehen mehr und mehr Künstler in die Container. Aktuell sind es zwischen 50 und 60. „Sicher werden nicht alle in den Container ziehen, aber es springen ständig Neue auf“, so Wendel.

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29.08.2016, 00:32 Uhr
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