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Zornigers Sarkasmus trifft Youngster Werner

Stuttgarter Trainer sucht sich 19-Jährigen für Kritik aus - Dutt vor einer heiklen Mission

Die Länderspielpause bietet Anlass, das erste Saisonviertel zu bilanzieren: Die ist schrecklich für den VfB. Trainer Zorniger trägt mit seinem Sarkasmus nicht unwesentlich dazu bei. Timo Werner wird's wissen.

05.10.2015
  • THOMAS GOTTHARDT

Sinsheim Einmal muss dieses einfache Wortspiel gestattet sein: Alexander Zorniger war extrem zornig. Der Trainer des Stuttgarter Fußball-Bundesligisten konnte sich über das 2:2 und den einen Punkt bei der TSG Hoffenheim partout nicht freuen.

Fakt ist: Knapp die Hälfte der Vorrunde ist gespielt, die Bilanz des VfB ist schlecht und hat einen Platz tief im Tabellenkeller zementiert: Ein Sieg (3:1 in Hannover), ein Remis (eben das in Sinsheim), satte sechs Niederlagen und die Erkenntnis, dass die Balance im Team, vor allem die taktische, nicht stimmt - bei aller Qualität im Spiel nach vorne, aber eben auch einer eklatanten Abschlussschwäche.

Zorniger musste seinem Unmut Luft machen. Er schimpft dann nicht einfach, sondern wird bisweilen sarkastisch. Und in diesem Fall hat es mit Timo Werner ausgerechnet einen der jüngsten im Kader erwischt. Erst erzielte der 19-Jährige in der 90. Minute sein neuntes Bundesliga-Tor und jubelte entsprechend. Nur Sekunde danach vergab Timo Werner frei vor dem Hoffenheimer Tor den möglichen Siegtreffer.

Aber anstatt den Youngster zu trösten, ohne ihn unter "Welpenschutz" zu stellen, schimpfte der VfB-Coach: "Den konnte Timo nicht reinmachen. Er war noch so mit Küsschen verteilen nach dem 2:2 beschäftigt, dass der Fokus noch nicht darauf lag, ihn reinzumachen." Immerhin ergänzte der Coach, dass das auch das Recht von jungen Spielern sei. Ob so eine Ansprache das Innenverhältnis verbessert, ist fraglich.

Der Trainer hätte, wenn er denn schon Kritik hätte äußern wollen, und Grund dazu gab es zur Genüge, sich zum Beispiel Torhüter Przemyslaw Tyton vorknöpfen können. Der Pole hat nicht zum ersten Mal in dieser Saison eine unglückliche Figur gemacht. In Hoffenheim stand er am Ende einer Fehlerkette, die Kevin Volland die Chance zum zwischenzeitlichen 2:1-Führungstreffer ermöglichte. Allerdings: Eine Alternative hat Zorniger derzeit nicht, weil Mitchell Langerak verletzt ist und "Odi" Vlachodimos in zwei Partien auch nicht überzeugen konnte.

Apropos Verletzte: Länger ausfallen wird auch Daniel Ginczek. Der Torjäger erlitt einen Bandscheibenvorfall und muss möglicherweise operiert werden. "Das ist so eine heikle Sache, dass sich unsere Ärzte auch noch andere Meinungen einholen", sagte Sportvorstand Robin Dutt, der in zweifacher Hinsicht in einer schwierigen Phase steckt. Einmal natürlich drückt die sportliche Bilanz aufs Gemüt, zum anderen muss der Sportchef auf kommenden Sonntag ab 13 Uhr auf einer VfB-Mitgliederversammlung Rede und Antwort stehen.

"Der VfB ist seit Jahren in einer schwierigen Situation. Das hat sich aktuell nicht verbessert", hat Dutt schon einmal die Weichen gestellt. Dem Ex-Trainer ist bewusst, dass auch die möglichen Wechsel oder Vertragsverlängerungen von Daniel Didavi, Martin Harnik und Georg Niedermeier kontrovers diskutiert werden. Immerhin: Martin Harnik durfte im Kraichgau mal wieder von Beginn an ran. "Wenn man in acht Spielen diese Ergebnisse abliefert, ist es in der Regel keine grüne Oase", räumte Dutt realistisch ein.

Stuttgarter Trainer sucht sich 19-Jährigen für Kritik aus - Dutt vor einer heiklen Mission
VfB-Stürmer Timo Werner erzielte den späten Ausgleichstreffer in Hoffenheim - und feierte ihn mit einer Kusshand. Foto: dpa

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05.10.2015, 12:00 Uhr
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