Mehr Blumenwiesen für die Bienen

Stuttgarter Grüne fordern Ausweitung

Die Stadt Stuttgart soll mehr Blumenwiesen schaffen, um das Bienensterben zu bekämpfen. Das fordern die Grünen im Gemeinderat.

06.04.2013

Von ALEXANDER MÜLLER

Stuttgart Bienen bestäuben knapp die Hälfte aller Pflanzen auf der Erde. Allerdings werden die Lebensumstände für die wichtigen Insekten immer schwieriger. Seit vielen Jahren ist ein anhaltendes Bienensterben zu verzeichnen. Dem wollen die Grünen im Gemeinderat entgegen wirken. Sie fordern von der Landeshauptstadt, mehr Lebensraum für Nektar tragende Insekten zu schaffen. Auf öffentlichen Parkflächen sollen mehr Blumenwiesen entstehen. Zudem soll ein kommunaler Aktionsplan gegen das Bienensterben aufgestellt werden.

Bienen produzieren weltweit jährlich nicht nur 1,2 Millionen Tonnen Honig, sondern ein Drittel aller Nahrungsmittel hängt von der Bestäubung durch die Nektar tragenden Insekten ab. Allerdings haben es die fleißigen Völker zunehmend schwerer. Zum einen bestehen immer weniger geeignete Grünflächen. Zum anderen macht die aus Asien eingeschleppte Varroamilbe den Imkern zu schaffen. In den vergangenen Jahren seien in Deutschland von den geschätzten 1,2 Millionen Bienenvölkern etwa 450 000 gestorben. "Es wird zwar bereits einiges vonseiten der Stadt getan, aber man könnte noch sehr viel mehr machen", ist Grünen-Fraktionsvorsitzender Peter Pätzold überzeugt. Zwar könne man den Imkern im Kampf gegen die heimtückische Varroamilbe nicht helfen, aber zumindest die geeigneten Lebensräume für die Bienen schaffen. Grünanlagen sollen bunt werden. "An vielen Stellen und auch am Straßenrand könnten einheimische Blühpflanzen gesät werden", ist Pätzold überzeugt. Die Blumenwiesen seien nicht nur für die Bienen wichtig, sondern auch ein willkommener Farbtupfer in der Landeshauptstadt. Diese dürften dann auch nicht so oft gemäht werden. Im Rahmen eines kommunalen Aktionsplans gegen das Bienensterben fordern die Grünen, auch städtische Grundstücke bevorzugt Imkern zu überlassen und in Schulen und bei Bürgern mit Aktionen für den Schutz der Bienen zu werben.

Stuttgart hat über 1000 Hektar Grünflächen, verteilt auf 800 Anlagen. Bereits jetzt sind "circa 30 Prozent davon keine Rasenflächen, sondern Blumenwiesen", erklärt Gartenamtsleiter Volker Schirner. Davon wiederum die Hälfte sei mit für Bienen geeigneten Pflanzen belegt. Zwar sei man kein Bienenfachamt, dennoch habe man weitere Flächenpotenziale, die dafür genutzt werden könnten. Allerdings sei dies nicht überall möglich. "Wir werden im Schlosspark und direkt neben einem Spielplatz sicher keine Blumenwiese anpflanzen."

Grundsätzlich steigt die Zahl der Imker leicht an, weiß Dr. Peter Rosenkranz, der Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim. Die Zahlen über das Bienensterben hält er für überzogen, "dennoch ist es wichtig, wenn Kommunen größere Rasenflächen pflanzen."

Varroamilben lösen ein Bienensterben aus - die Stuttgarter Grünen wollen den verbliebenen Bestand mit mehr Blumenwiesen aufpäppeln. Foto: Privat

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Erstellt:
6. April 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
6. April 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. April 2013, 12:00 Uhr

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