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Kuhn sieht Bringschuld der Bahn

Stuttgart 21: Standsicherheit des Tiefbahnhofs umstritten

Gerät der Bau von S 21 ins Stocken? Der Bahn fehlt derzeit die Freigabe für Betonierarbeiten. Es müssen neue statische Nachweise erbracht werden. Nun hat sich auch Stuttgarts OB Fritz Kuhn eingemischt.

20.10.2015
  • TOBIAS KNAACK

Ulm/Stuttgart Die Bahn muss neue Nachweise zur Standsicherheit des Stuttgarter Tiefbahnhofs erbringen (wir berichteten). Das bestätigte der Sprecher des Bahnprojektes Stuttgart-Ulm, Jörg Hamann. Eisenbahn-interne Richtlinien als auch europaweit gültige DIN-Normen hätten sich seit 2012 geändert, als die Planungen ursprünglich abgeschlossen und die Nachweise der Standsicherheit geführt waren. Nun sind diese nicht mehr gültig. "Das ist bei einem so großen Projekt normal", sagt Hamann. Das sei etwa auch beim Brandschutz des Tiefbahnhofs so gewesen.

Im konkreten Fall geht es um das Baufeld 16 und ein 80 auf 40 Meter großes Segment der Bodenplatte des Bahnhofs, die später einmal eine Gesamtgröße von 420 auf 80 Meter haben wird. Für das Gießen dieses Teils gibt es derzeit keine Freigabe. Das Eisenbahn-Bundesamt (Eba) teilte mit, dass die Bahn "eisenbahnspezifische Baubestimmungen einzuhalten" habe. "Dazu gehört auch immer der Nachweis der Standsicherheit - unabhängig von der Tragfähigkeit des Bodens." Das Eba habe selber kein Gutachten für die Bodenplatte angefordert.

Bei der Präsentation einer Muster-Kelchstütze vergangene Woche mit den weiteren Projektverantwortlichen - Architekt Christoph Ingenhoven und Ingenieur Werner Sobek - war die fehlende Freigabe kein Thema. Stattdessen hatten Ingenhoven und Sobek eine rasche Planung und Umsetzung städtebaulicher Maßnahmen nach der Fertigstellung des Bahnhofs angemahnt.

In den neuen Vorgaben geht es unter anderem um Erdbebensicherheit, sagte Projekt-Sprecher Hamann. Die Bahn muss in einem dreidimensionalen Modell den Nachweis für die Standsicherheit des Bahnhofs erbringen. Neu sei zudem, dass nicht ein einzelner Abschnitt, in diesem Fall das Baufeld 16, sondern auch die angrenzenden Baufelder 15 und 17 in die Betrachtung einfließen müssen. Der statische Nachweis werde nun geführt.

Gestern schaltete sich nun auch noch Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) in die Diskussion ein. Er sieht vor allem die Bahn als Bauherr in der Bringschuld. "Ich wundere mich. Statt sich selbst zu loben, sollten die Bahn und ihre Planer lieber ihre Hausaufgaben machen", sagte er in einer Stellungnahme.

Der OB forderte die Projektgesellschaft auf, die möglichen Verzögerungen und Auswirkungen auf den Bauablauf darzulegen. "Solche Verzögerungen gehen einzig und allein zu Lasten des Bauherrn, und das ist die Bahn", so Kuhn. Spätestens bei der Sitzung des Lenkungskreises Anfang November erwarte er eine "belastbare Darstellung", wie es mit der Baustelle im Hauptbahnhof weiter gehe und welche Folgen die fehlenden Nachweise auf den Zeitplan zur geplanten Fertigstellung von Stuttgart 21 im Jahr 2021 habe.

Wann genau mit einer Freigabe für die Betonierarbeiten zu rechnen ist, steht derzeit noch nicht fest. Projekt-Sprecher Hamann hofft, dass mit dem Gießen des Segments der Bodenplatte noch in diesem Jahr begonnen werden könne. Derzeit werden am Baufeld 16 Abwasserrohre verlegt (Düker), die später unterhalb der Bodenplatte des Bahnhofes liegen. Eine weitere Verzögerung erwartet Hamann aufgrund dieser Arbeiten aber nicht. Er sagt: "Wenn wir im Dezember nicht betonieren können, liegt das sicher nicht an den Düker-Arbeiten."

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20.10.2015, 12:00 Uhr
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