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Die Sorge ums Grundwasser

Stuttgart 21: Behörden sichten 10 000 Einwendungen zur Planänderung

Beim Regierungspräsidium Stuttgart sind im Änderungsverfahren für das Grundwassermanagement bislang 10 088 Einwendungen eingegangen. Sie zielen auf das Grund- und Mineralwasservorkommen sowie den Gebäudeschutz.

03.11.2012

Von JAN-PHILIPP SCHÜTZE

Stuttgart Wie das Regierungspräsidium Stuttgart mitteilt, befürchten die Einwender vor allem, dass die von der Deutschen Bahn beabsichtigte erhöhte Grundwasserentnahme zu einer massiven Grundwasserabsenkung führt und dies die Wasserdruckverhältnisse ändert und unkontrollierbare Bodenbewegungen in den Sedimentschichten auslöst. Nach Ansicht der Einwender kann dies zu einer Schädigung des Mineralwassers sowie zu Setzungen und Rissbildungen an Gebäuden bis hin zu Hangrutschungen führen. Die schwierigen geologischen Untergrundverhältnisse im Stuttgarter Kessel seien von der Bahn nicht ausreichend untersucht worden, lautet der Vorwurf.

Das Regierungspräsidium ist nach eigener Aussage derzeit noch dabei, die große Menge an Einwendungen zu sichten. Sobald dies geschehen ist, sollen die Stellungnahmen im Rahmen eines Erörterungstermins gemeinsam mit der Bahn, den Fachbehörden sowie den betroffenen Bürger diskutiert werden. Den Termin für die Verhandlung will das Regierungspräsidium rechtzeitig bekannt geben.

Wie berichtet, will die Bahn beim Bau des neuen Stuttgarter Bahnhofs mehr Grundwasser aus den Baugruben abpumpen als ursprünglich genehmigt. Statt drei Millionen Kubikmeter Wasser während der siebenjährigen Bauzeit wurde die Entnahme von maximal 6,8 Millionen Kubikmeter Wasser beantragt. Das Regierungspräsidium hatte deshalb Anfang September 2012 auf Veranlassung des Eisenbahn-Bundesamtes die Anhörung zum Planänderungsverfahren für das Grundwassermanagement in den drei betroffenen Planfeststellungsabschnitten eingeleitet.

Das Kommunikationsbüro für das Bahnprojekt Stuttgart 21 hat derweil beklagt, dass "zum wiederholten Mal Gegner des Bahnprojekts gefälschte Flugblätter im Stuttgarter Stadtgebiet ausgelegt" hätten. Die Flugblätter seien im Layout der Deutschen Bahn gestaltet und mit den Namen des Projektsprechers Wolfgang Dietrich und der Bürgerbeauftragten der Stadt Stuttgart versehen. Es werde "fälschlich behauptet, der Bau von Tunnelröhren im Stadtbezirk Untertürkheim würde den Badebetrieb von Insel- und Stadtbad, den Schulbetrieb im Wirtemberg Gymnasium sowie die Standsicherheit von Häusern der Lindenschulsiedlung gefährden". Dietrich: "Das Schüren von Ängsten ist absolut geschmacklos. Es ist unfassbar, wie die Gegner mit diesen perfiden Aktionen nicht nur dem Ruf des Projekts und der Region sondern auch dem von Wirtschaftsbetrieben und Lehranstalten schaden", so der Projektsprecher.

Eine weitere Anzeige hat die Bahn wegen Sachbeschädigung erstattet. Wie das Kommunikationsbüro gestern mitteilte, ist die vor kurzem eingeweihte Stuttgart-21-Informationsplattform im Mittleren Schlossgarten Opfer von Vandalismus geworden. Projektsprecher Dietrich zeigte sich "schockiert angesichts der rücksichtslosen Zerstörungswut der Projektgegner".

Das Grundwassermanagement für Stuttgart 21 ist umstritten. Beim Regierungspräsidium gingen mehr als 10 000 Einwendungen ein. Foto: Archiv

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Erstellt:
3. November 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
3. November 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. November 2012, 12:00 Uhr

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