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2.000 Demonstranten gegen die Bagger

Stuttgart 21 - Arbeiter und Polizisten rückten an

Völlig überraschend haben Arbeiter am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag einen Absperr- und Bauzaun am Nordflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs errichtet. Der Nordflügel soll bekanntlich abgerissen werden. Der Zaun soll weitere Besetzungen des leer stehenden Gebäudes verhindern und den Abriss vorbereiten. Ein massives Polizeiaufgebot schützte die Nacht-Aktion.

31.07.2010

Von Manfred Hantke

Die Stuttgart 21-Gegner sehen im Beginn der Abrissarbeiten "eine unglaubliche Provokation und Barbarei seitens der Bahn und der Politik", schreiben sie in einer Pressemitteilung.

Nachdem die Arbeiter am Freitagabend angerückt waren, sprach sich die Aktion unter den S21-Gegnern via Twitter und SMS rasch herum. Polizei kam, versuchte die Gegner zu verdrängen und ihnen mit einem Megafon die Lage zu erklären. Doch die rund 1.000 Demonstranten vor dem Nordflügel lärmten mit Trillerpfeifen und Vuvuzelas. Keine Chance für die Polizisten, da durchzudringen.

Nach und nach blockierten die Demonstranten die Straßen um den Bahnhof herum. Beobachter sprechen von insgesamt etwa 2.000, die sich am Nordflügel den Baggern entgegensetzten und auf den angrenzenden Kreuzungen den Verkehr lahm legten. Einsatzkräfte der Polizei drängten die Demonstranten am Nordflügel zur Seite, einige Gegner - wie etwa der Grünen-Fraktionsvorsitzende Werner Wölfle - ließen sich von der Polizei wegtragen.

Anschließend verlagerten sich einzelne Gruppen auf die Heilbronner Straße und blockierten dort teilweise den Verkehr. Von der Heilbronner Straße bewegten sie sich über die Schillerstraße in Richtung Gebhard-Müller-Platz, wo es ebenfalls zu Straßenblockaden kam.

Nach Mitternacht nahm die Polizei mehrere Aktivisten am Charlottenplatz vorläufig fest. Sie hatten sich auf die Straße gesetzt. Dabei mischte sich nach Polizeiangaben immer mehr "Eventpublikum" unter die Demonstranten. Während der Aktionen der S21-Gegner seien mehrfach Feuerwerkskörper gezündet worden, so die Polizei.

Gegen 1 Uhr nachts störten S21-Gegner und das so genannte Eventpublikum den Fahrzeugverkehr am Arnulf-Klett-Platz. Sie stellten und setzten sich erneut auf die Kreuzung.

Drei Demonstranten wurden von Polizeibeamten vorläufig festgenommen, nachdem sie der Aufforderung sich zu entfernen nicht nachgekommen waren.

Die Deutsche Bahn AG hatte angekündigt, den Nordflügel des Bahnhofs Mitte August abzureißen. Die S21-Gegner fürchten nun, der Abriss des Nordflügels könne früher beginnen. Da am Freitag einige Hundertschaften wegen des Bundeswehr-Gelöbnisses sowieso in Stuttgart waren, bot sich der Termin zur Aufstellung des Zauns vor dem Nordflügel an.

Am Samstag riefen die S21-Gegner um 12 Uhr zur Demonstration vor dem Nordflügel auf. Den gesamten Samstagnachmittag über trafen sich dort die S21-Kritiker und diskutierten das polizeiliche und insbesondere das politische Vorgehen der Verantwortlichen. Für den Abend ist um 19 Uhr eine weitere Demonstration angesetzt, ebenfalls am Sonntag und am kommenden Montag.

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Um 19.55 Uhr ging der "Parkschützer-Alarm" los: Über Twitter, Telefon oder SMS wurden die S21-Gegner informiert.

Sonnenblumen haben S21-Gegner in den Absperr- und Bauzaun gesteckt. Die Polizei indessen schützte den Zaun den gesamten Samstag. Um 12 gab_APOSTROPHE_s vor dem Nordflügel eine Demo.

Mit vereinten Kräften schützt die Polizei den Zaun und den Bagger.

Hin und wieder gab_APOSTROPHE_s am Samstagnachmittag auch eine Diskussion zwischen S21-Gegnern und der Polizei.

Er wartet auf seinen Einsatz.

In den Schatten zurückgezogen hatte sich die Polizei mit ihren Mannschaftswagen.

Den gesamten Samstagnachmittag informierten sich Interessierte und S21-Gegner vor dem Nordflügel.

Ganz Junge waren da, aber auch Alte, die alle für den Erhalt ihres Bahnhofs kämpfen und ein Sit-In veranstalteten.

Während sich die S21-Gegner in den Schatten zurückziehen konnten, musste die Polizei in der Sonne ausharren. Erst am späten Nachmittag durfte auch sie sich in den Schatten zurückziehen und das Geschehen von weiter weg beobachten.

Eine Übung für die nächste Demo.

Schwenken für den Erhalt des Hauptbahnhofs.

Massive Vorwürfe gegen den Bahnchef.

Der Fahrplan der S21-Gegner für die nächsten Tage.

Dem alten Cato sei gedankt: Ceterum censeo ...

Hinweise für "Zaungäste".

Das Boulevard-Blatt bellte mal wieder ...

Wer nichts zu verbergen hat, kann auch öffentlich über Zahlen reden, meinen die S21-Gegner.

Auch der Stuttgarter OB Wolfgang Schuster scheint beim S21-Volke wenig gelitten.

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Erstellt:
31. Juli 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
31. Juli 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2010, 12:00 Uhr

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