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Berlin

Studierende fürchten Massenrauswürfe

Der freie Zusammenschluss von StudentInnenschaften (fzs) befürchtet massenhafte Zwangsexmatrikulationen.

26.09.2011

Von tol

Berlin. Nachdem in den vergangenen Wochen Zwangsexmatrikulationen an der Universität zu Köln für Aufsehen sorgten, zeichnet sich laut fzs nun ab, dass dieses Problem kein Einzelfall ist.

In Niedersachsen forderte der Vizevorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag Dirk Toepffer, dass die Hochschulen Regelungen einführen, um Studierende aufgrund der Studiendauer zu exmatrikulieren. Für FDP-Wissenschaftspolitikerin Almuth von Below-Neufeldt könnte eine Regelung aus Bayern Vorbild sein, nach der Sanktionen schon nach 12 Semestern drohen.

Erik Marquardt, fzs-Vorstandsmitglied hierzu in einer Pressemitteilung: "Mit dieser Regelung wäre selbst Dirk Toepffer in seinem eigenen 16-semestrigen Studium exmatrikuliert worden. Es ist absurd, dass die Politik flächendeckenden Zuspruch zu den Bildungsprotesten der vergangenen Jahre lieferte, Besserung gelobte und nun die Daumenschrauben deutlich anzieht.

Studierende kritisierten Prüfungsdruck, zeitliche Dauerbelastung, soziale Selektion und Demokratiedefizite und nun werden diese Probleme weiter manifestiert. Es geht hier nicht nur um Einzelpersonen, die dreistellige Hochschulsemester vorweisen können. Sondern um Zwangsmaßnahmen, die zu einem Klima der Angst an der Hochschule führen. Das werden wir uns nicht mehr bieten lassen."

Gegen die Zwangsexmatrikulationen wurde eine Onlinepetition eingerichtet. Zusätzlich machen Studierende auch mit einem Blog auf die Situation aufmerksam.

Gruppen aus Studierenden, SchülerInnen, Auszubildenden und Gewerkschaften Bildungsproteste im Herbst. Neben den Problemen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen klagen auch in vielen anderen Bundesländern Studierende über verschlechterte Bedingungen. In Potsdam wenden sich die Studierenden angesichts der Angst vor Sparmaßnahmen und Zwangsexmatrikulationen mit einem offenen Brief an den Ministerpräsidenten.

In Berlin könnte für die rund 15.000 Diplom- und Magisterstudierenden im nächsten Jahr pauschal Schluss sein. Insgesamt zeichnet sich keine flächendeckende Lösung für die insgesamt über 500 000 Diplom- und Magisterstudierenden in der BRD ab.

Salome Adam, ebenfalls fzs-Vorstandsmitglied ergänzt abschließend in der Pressemitteilung: "Dieses Problem trifft besonders Studierende, die durch finanzielle Benachteiligung, gesellschaftliches Engagement, Kinderbetreuung, die Pflege von Angehörigen oder chronischen Krankheiten ein verlängertes Studium kaum vermeiden können. Anstatt möglichst vielen eine gute Bildung zu ermöglichen, wird nur den Privilegierten ein Studium erlaubt. Über 60 Prozent der Studierenden müssen neben dem Studium arbeiten.

Die ursprüngliche durchschnittliche Studienzeit in vielen Studiengänge von 15 Semestern soll nun zwanghaft um 5 Semester gekürzt werden. Dabei soll in der verkürzten Zeit noch mehr Inhalte vermittelt werden. Manchmal frage ich mich, ob die Theorie auf den Bürotischen der Verantwortlichen überhaupt noch irgendeinen Bezug zur Praxis hat."

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Erstellt:
26. September 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
26. September 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 26. September 2011, 12:00 Uhr

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