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Bildung

Studie warnt vor Lehrernotstand

Die Bertelsmann-Stiftung sagt einen dramatischen Pädagogenmangel voraus. Die Kultusministerin protestiert und will gegensteuern.

01.02.2018

Von AXEL HABERMEHL UND MATHIAS PUDDIG

Stuttgart. An vielen Grundschulen herrscht Lehrermangel – und der soll noch erheblich zunehmen. Wissenschaftler der Bertelsmann-Stiftung haben errechnet, dass bis zum Jahr 2025 knapp 105?000 Grundschullehrer neu eingestellt werden müssten: 60?000 würden gebraucht, um ausscheidende Kollegen zu ersetzen, 26?000 um steigende Schülerzahlen aufzufangen und 19?000 wegen des Ausbaus von Ganztagsschulen. Zugleich seien bis 2025 nur 70?000 Lehramtsabsolventen zu erwarten. Die Studienautoren warnen vor einem „echten Notstand“.

In Baden-Württemberg ist der Mangel schon akut, zu Schuljahresbeginn fehlten landesweit rund 400 Grundschullehrer. Die Not ist regional unterschiedlich ausgeprägt, besonders knapp ist das Personal an kleinen Schulen auf dem Land.

Darauf haben viele Schulen mit dem Zusammenlegen von Klassen reagiert. Zudem hatte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) im Sommer 2017 ein „Maßnahmenpaket Lehrergewinnung“ angekündigt. 200 zusätzliche Studienanfänger-Plätze wurden geschaffen, doch das hilft erst langfristig. Kurzfristig versucht sie, Lehrer im Ruhestand zum Weiterarbeiten, Teilzeit-Kräfte zum Aufstocken und arbeitslose Gymnasiallehrer zum Umsatteln zu bewegen.

Hier will sie nochmal nachschärfen, wie sie der SÜDWEST PRESSE gestern sagte. Gymnasiallehrer sollen mit einer ein- statt zweijährigen berufsbegleitenden Qualifizierung an Grundschulen unterrichten dürfen. Zugleich griff die Ministerin die Autoren der Studie an. 2009 habe die Stiftung dem Land einen Schülerzahlen-Rückgang von mehr als 18 Prozent im Sekundarbereich bis 2025 vorhergesagt. „Jetzt behauptet die Stiftung das genaue Gegenteil. Da stellen sich schon ganz erhebliche Fragen an die Aussagekraft und Glaubwürdigkeit dieser Art von Studien“, sagte Eisenmann. Die Studie biete „wenig Neues und manch Falsches“. Sie finde es „bemerkenswert, wie Bertelsmann wieder mal versucht, die Politik unter Druck zu setzen“.

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Erstellt:
1. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
1. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. Februar 2018, 06:00 Uhr

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