Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden

Studie: Jedes dritte Versuchstier genmanipuliert

Immer mehr Versuchstiere werden gentechnisch verändert und immer mehr entsprechende Patente angemeldet. Kritiker sehen wirtschaftliche Gründe.

11.08.2016
  • EPD

Berlin. Tiere mit anderer Muskelmasse oder Genmanipulationen auf Bestellung: Versuche mit gentechnisch veränderten Tieren haben einer Studie zufolge in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. Fast eine Million manipulierter Tiere wurden 2013 für Experimente verwendet und damit fast dreimal so viele wie 2004, wie aus einer Untersuchung des Münchner Instituts für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie hervorgeht. Die Studie wurde von den Grünen im Bundestag in Auftrag gegeben.

Die meisten Versuche würden immer noch an gentechnisch veränderten Mäusen und Ratten vorgenommen, schreiben die Wissenschaftler. Sie befürchten jedoch, dass es zu einer Ausweitung bis hin zu Affen kommen könnte. Gleichzeitig führten neue Gentechnik-Verfahren mit sogenannten DNA-Scheren dazu, „dass die Tierversuchszahlen weiter steigen“, heißt es in der Untersuchung. 2013 seien rund ein Drittel aller Versuchstiere genmanipuliert gewesen. Bereits heute würden Firmen anbieten, Versuchstiere je nach Bestellung an einer beliebigen Stelle im Erbgut zu manipulieren.

Ein unmittelbarer medizinischer Nutzen sei mit vielen Tierversuchen nicht verbunden, betonen die Forscher. So werde seit 20 Jahren erfolglos versucht, Gen-Schweine als Organspender zu züchten. Auch Versuche, in denen veränderte Tiere menschliche Krankheiten simulieren sollen, erfüllen demnach in den meisten Fällen nicht die Erwartungen. Stattdessen stünden hinter der wachsenden Zahl der Versuche wirtschaftliche Interessen, erklären die Forscher und verweisen auf immer mehr Patentanträge. Das Europäische Parlament habe bereits mehr als 1500 Patente auf Gentechnik-Tiere und deren Verwendung erteilt. Weitere 5000 Anmeldungen lägen vor, darunter auf Affen und auf Nutztiere. Diese sollten offenbar schneller wachsen, mehr Milch geben oder an die wirtschaftlichen Interessen der industriellen Massenindustrie angepasst werden.

Harald Ebner von den Grünen im Bundestag sagte, die Entwicklung verlaufe ähnlich wie bei genetisch veränderten Pflanzen. Medizinische Zwecke würden vorgeschoben, um in der Gesellschaft eine Akzeptanz für Gentech-Methoden zu erzielen, sagte der Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik. Letztlich verfolge die Wirtschaft dabei nur kommerzielle Interessen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

11.08.2016, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular