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Studentische Initiative rettet in Kooperation mit Biohof Zweite-Wahl-Gemüse
Solche Gemüsetüten gibt es an der Uni. Foto: Universität Hohenheim
Ein Herz für krumme Gurken

Studentische Initiative rettet in Kooperation mit Biohof Zweite-Wahl-Gemüse

Gemüse, das den gängigen Anforderungen an Form, Größe und Farbe nicht entspricht, landet in Deutschland meist gar nicht im Laden. Eine echte Verschwendung, finden Studierende der Universität Hohenheim.

18.04.2018
  • AMREI GROSS

Hohenheim. Unter dem Namen „Bodenschätze“ starten sie im Sommersemester ein Vermarktungsexperiment auf dem Campus, das krummes Gemüse zu fairen Preisen an den Mann und die Frau bringen soll. Dazu kooperiert die Gruppe mit einem regionalen Bioland-Hof.

Entstanden ist die Idee im Rahmen des Reformprojekts „Humboldt reloaded“, das forschungsnahes Lernen bereits im Grundstudium ermöglicht. Mit einer Umfrage unter mehr als 1000 Studierenden fanden die Nachwuchsforscher heraus, dass ihre Kommilitonen Zweite-Wahl-Gemüse aus der Region durchaus eine Chance geben würden. Daraus sei die Überlegung entstanden, ein Experiment zur Vermarktung von krummen Gurken und Co. auf die Beine zu stellen, sagt Vanessa Schoch, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Ökonomik und Management sozialer Dienstleistungen.

Im ersten Schritt sollen Studierende im Sommersemester Gemüse-Taschen bestellen können, die einmal pro Woche an den Campus geliefert werden. „Es gibt allerdings noch weitere Projekte in diesem Sommersemester an der Universität, in welchen alternative Vermarktungsideen entwickelt werden.“ Schoch freut sich, dass das Projekt unter den jungen Leuten auf großes Interesse stößt: „Unsere Studenten wollen krummes Gemüse“, das habe die eigens durchgeführte Umfrage klar gezeigt: „Es kommt ihnen auf die Inhaltsstoffe an und nicht auf das Aussehen“ – und das sei gut so.

Den Nerv der Zeit getroffen

Dass zwischenzeitlich auch einige Supermärkte dieses Potenzial erkannt haben und Zweite-Wahl-Gemüse verkaufen, tut dem Engagement der Uni-Gruppe keinen Abbruch. „Als wir das mitbekommen haben, lief unser Projekt schon in vollen Zügen“, erzählt Schoch. Geärgert habe sich deshalb aber niemand: „Wir waren vielmehr geschmeichelt, dass wir offenbar den Nerv der Zeit getroffen haben.“ Amrei Groß

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18.04.2018, 06:00 Uhr
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