Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Energie

Strom wird wohl erneut teurer

Die EEG-Umlage steigt und damit die Kosten für die Nutzer. Ein Haushalt mit vier Personen bezahlt künftig rund 53 Euro mehr im Jahr. Entlastungen kommen erst 2021.

16.10.2019

Von Andreas Hoenig

Die Entwicklung der EEG-Zulage. Foto: Grafik: SWP

Stromkunden in Deutschland müssen sich im kommenden Jahr auf höhere Preise einstellen. Die Umlage zur Förderung von Ökostrom in Deutschland als ein wesentlicher Bestandteil des Strompreises steigt 2020 um 5,5 Prozent. Das gaben die Betreiber der großen Stromnetze am Dienstag bekannt. Die sogenannte EEG-Umlage beträgt demnach im kommenden Jahr 6,756 Cent pro Kilowattstunde, für 2019 liegt sie bei 6,405 Cent.

Die EEG-Umlage steigt unter anderem wegen gesunkener Börsenstrompreise, wodurch sich geringere Erlöse ergeben. Die Vergütungen für die Anlagenbetreiber sind höher als die Verkaufserlöse an der Strombörse, die Ausgaben übersteigen also die Einnahmen. Die EEG-Umlage finanziert die Differenz. Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und Transnet-BW nannten als einen Grund für die höhere Umlage auch die Entwicklung des EEG-Kontos, ein Puffer für die Betreiber. Dieses sei zwar zum 30. September mit 2,2 Mrd. EUR im Plus gewesen. Da der Kontostand aber rund 40 Prozent niedriger sei als im Vorjahr, führe dies zu einem Anstieg der EEG-Umlage für das Jahr 2020.

Neben dem Anstieg der EEG-Umlage zeichnen sich auch bei den übrigen Preisbestandteilen Erhöhungen ab, sagte der Energieexperte des Vergleichsportals Verivox, Valerian Vogel. Die Netzentgelte, die rund ein Viertel des Strompreises ausmachen, werden laut Prognosen 2020 ebenfalls steigen. Auch die Großhandelspreise der Versorger lägen über dem Vorjahresniveau. „Verbraucher in Deutschland müssen sich daher zum kommenden Jahr erneut auf Strompreiserhöhungen einstellen.“ Schon heute zahlten sie europaweit neben den Dänen die höchsten Strompreise.

Nach Berechnungen des Vergleichsportals Check24 muss ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden Strom allein aufgrund der höheren EEG-Umlage künftig 18 EUR mehr pro Jahr zahlen. Wegen steigender Netzentgelte könnte der Beispielhaushalt weitere 35 EUR mehr pro Jahr zahlen.

Die Reformen der vergangenen Jahren hätten zwar den Ausbau der erneuerbaren Energien günstiger gemacht, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). „Es ist aber auch so, dass wir einen Kostenrucksack aus den ersten Jahren mit uns herumtragen.“ Insgesamt sind die Strompreise in den vergangenen Jahren gestiegen. Laut Energieverband BDEW lag die durchschnittliche monatliche Stromrechnung für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden 2010 bei 69,09 EUR, 2018 waren es bereits 85,94 EUR. Der BDEW führt das vor allem auf gestiegene Steuern und Abgaben zurück. Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer sagte, die Steuer- und Abgabenlast auf Strom sei mit 53 Prozent zu hoch und müsse sinken.

Die Bundesregierung plant zwar im Zuge ihres Klimapakets vom Jahr 2021 an eine schrittweise Senkung der EEG-Umlage – im Gegenzug zu einem Einstieg in eine Bepreisung des CO2-Ausstoßes. Aus Sicht der Wirtschaft sind diese Entlastungen jedoch viel zu gering.

Der Industrieverband BDI fürchtet, dass auf Firmen eine „Kostenlawine“ zurollt. „Viel zielführender wäre es, die Stromsteuer auf das europarechtlich zulässige Minimum zu senken.“ Der BDEW betonte, wie wichtig nun der Ausbau der Windenergie an Land sei.

Zum Artikel

Erstellt:
16. Oktober 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Oktober 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2019, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+