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Der Schiedsrichter hat das Spitzenspiel entschieden

Strittiges Rot gegen TSG-Keeper, unstrittige Fehlentscheidung bei Handelfmeter – Tübingen geht 0:5 baden

Flutlicht über dem Kunstrasen, 400 Zuschauer auf der Anlage – prächtige Kulisse gestern Abend für das Landesliga-Spitzenspiel. Doch die TSG Tübingen erwischte einen gebrauchten Tag, wurde vom VfL Pfullingen 0:5 abgewatscht. Schwach aber auch Referee Weigt, der gleich mehrfach daneben lag.

24.10.2015
  • Hansjörg Lösel

Tübingen. Der Zirkus begann nach drei Minuten: TSG-Abwehrchef Sebastian Knoll sah den Ball gar nicht, spielte unabsichtlich zu Keeper Daniel Baumann – Schiedsrichter Floran Weigt entschied auf Rückgabe. Der indirekte Freistoß landete zwar in der Mauer, doch es war der Auftakt einer ganzen Reihe unglücklicher Entscheidungen. Schon die nächste knifflige Kiste in der zehnten Minute blieb nicht ohne Folgen für die TSG: Pfullingens Bester Dominik Früh war einen Schritt schneller am Ball als Keeper Daniel Baumann, unstrittig ein Foul, fraglich nur, ob außerhalb des Strafraums. Doch der Schiedsrichter stellte Baumann überraschend vom Platz, zog direkt Rot. Nur: Warum eigentlich? Eine klare Torchance war nicht vereitelt worden, der Ball segelte Richtung Eckfahne. Und ein grobes Foulspiel hatte keiner der 400 Zuschauer erkannt. Die TSG also früh in Unterzahl, Außenspieler Marcelo Rauscher musste Platz machen für Keeper Antonio Fierravanti. Der machte seine Sache gut, hielt zwei Mal prächtig gegen Früh (21.) und Steven Scheuer (33.). Zehn Tübinger hatten gegen elf Pfullinger jetzt ihre stärkste Phase – und bekamen die mögliche Führung hübsch in Geschenkpapier serviert. Doch als guter Gastgeber lehnte die TSG das Geschenk ab, nach einem verunglückten Pass von VfL-Torhüter Markus Hirlinger verpasste Lars Lack (25.) allerdings hauchdünn.

Die TSG war auf Augenhöhe mit dem Spitzenreiter – doppelt bitter die Entstehung der Pfullinger Führung. Knoll hatte einen Einwurf (40.) unglücklich verlängert, hinten stand Kevin Haussmann parat und drückte humorlos ein.

Lapaczinski: Gelb als Unbeteiligter

Kuriosum dann gleich nach dem Seitenwechsel: Den ersten Pfullinger Angriff wehrte Benjamin Klett ab, möglicherweise sprang ihm der Ball dabei auch an den Arm oder die Schulter – laut Regelwerk muss aber Absicht vorliegen, um Handspiel zu ahnden. Nach einigen Sekunden Bedenkzeit zeigte Weigt auf den Punkt. Es folgten flehentliche Tübinger Proteste und eine längere Beratung des Referees mit seinem Assistenten. Dann der Gipfel: Weigt holte sich Oliver Lapaczinski und verwarnte den völlig perplexen Routinier – dabei hatte Lapaczinski die Szene gänzlich unbeteiligt vom Mittelkreis aus verfolgt. Der Schiedsrichter aus dem Blautal war blamiert, dabei schien er mit seiner Verbandsliga-Erfahrung eigentlich prädestiniert für das Landesliga-Spitzenspiel. Gestern verlor er aber völlig den Überblick – schade, denn als Haussmann den Strafstoß zum 2:0 ebenso trocken wie bei der Führung verwandelt hatte, war die Spannung raus.

Pfullingen kontrollierte jetzt die Partie, zumal die TSG weiter partout keine Geschenke annehmen wollte. Nach dem Ausrutscher von Sergio Sassano kam Tammo Heinzler zum Abschluss, knapp rechts vorbei. Nach einer Stunde die endgültige Entscheidung: Fehlpass vom eben eingewechselten Jan Binder, Pfullinger Tempogegenstoß, sicher abgeschlossen von Dominik Früh – nach dem 0:3 wurden Erinnerungen wach an das Tübinger 0:7 in Pfullingen vor einem Jahr.

Ganz so schlimm wurde es dann nicht, zwei Dinger fing sich die TSG aber schon noch ein. Beim 0:4 eine Viertelstunde vor Schluss setzte der starke Haussmann gar einen Tunnel gegen Fierravanti, vor dem 0:5 in der Schlussminute durch Julian Fauser leistete sich Uli Schmetzer einen kapitalen Fehler.

In der Tabelle hat Pfullingen seine Tabellenführung mit jetzt 25 Punkten zementiert, der Tabellenzweite Tübingen (19) kann am Wochenende von Zimmern oder Maichingen (beide 18) überholt werden. Darüber diskutierte gestern aber kaum jemand, Gesprächsthema Nummer eins war der Schiedsrichter. Nie ein gutes Zeichen.

TSG Tübingen: Daniel Baumann, Schmetzer, Knoll, Klett (60. Luib), Fetzer, Gottschalk (60. Binder), Lapaczinski (84. Kurbardovic), Rauscher (10. Fierravanti), Heinzler, Lack, Frey.

VfL Pfullingen: Hirlinger, Sassano, Biber, Roggenstein, Gekeler, Scheurer (64. Dünkel), Ünal, Hauser, Früh (61. Fauser), Leuze, Haussmann.

Strittiges Rot gegen TSG-Keeper, unstrittige Fehlentscheidung bei Handelfmeter – Tübingen geht
Tübinger KLagemauer: Konsterniert erwarten Daniel Gottschalk, Uli Schmetzer, Benjamin Klett und Marcelo Rauscher nach dem Platzverweis gegen ihren Keeper den Pfullinger Freistoß.Bild: Ulmer

Einen bemerkenswerten Satz sagte TSG-Trainer Michael Frick nach dem Spiel: „Die rote Karte hat dem Spiel natürlich eine Richtung gegeben, aber ich hätte sie auf der anderen Seite wahrscheinlich auch gefordert.“ Frick gratulierte dem Spitzenreiter Pfullingen: „Natürlich ist Frust da nach so einer Niederlage, aber sie haben es heute super gemacht, sind einfach eine gute Mannschaft, auf allen Positionen.“ VfL-Kapitän Florian Gekeler wehrte ab: „Wir haben heute ein paar Mal richtig Glück gehabt“. Auch den strittigen Platzverweis für TSG-Keeper Baumann hatte Gekeler anders bewertet als der Schiedsrichter: „Wenn er da Elfmeter gibt und gelb zeigt, sagt kein Mensch etwas.“

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24.10.2015, 12:00 Uhr
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