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Streitbarer Historiker und Europäer
Erhält den Preis zur Europäischen Verständigung: Heinrich August Winkler. Foto: dpa
Leipzig

Streitbarer Historiker und Europäer

Auf der Leipziger Buchmesse wird Heinrich August Winkler nächste Woche für seinen Beitrag zur Europäischen Verständigung geehrt.

12.03.2016
  • DPA

Leipzig. Als Heinrich August Winkler im vergangenen Jahr statt der Kanzlerin oder dem Bundespräsidenten die Hauptrede zum 70. Jahrestag des Kriegsendes im Bundestag hielt, erregte er großes Aufsehen. Der heute 77-jährige Historiker warnte die Deutschen, aus ihrer schrecklichen Geschichte während der NS-Zeit ein "Recht auf Wegsehen" abzuleiten. Auf der Leipziger Buchmesse wird der gebürtige Ostpreuße nun mit dem Preis zur Europäischen Verständigung geehrt. Die Jury sprach ihm die Auszeichnung für sein vierbändiges Opus magnum "Geschichte des Westens" zu, das er im vergangenen Jahr mit dem Band "Die Zeit der Gegenwart" abschloss. Das Werk sei "unverzichtbar gerade in Zeiten, in denen die Werte des Westens fragiler und angefochtener erscheinen denn je", urteilte die Jury.

Die mit 20 000 Euro dotierte Auszeichnung geht an einen Wissenschaftler, der seit Jahrzehnten als einer der wichtigsten deutschen Historiker gilt. Sein Standardwerk "Der lange Weg nach Westen" (2000) analysiert in der für ihn typischen Mischung aus Geschichte und Geschichten die Entwicklung Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert. Es hat sich nach Verlagsangaben mehr als 90 000 mal verkauft und wurde in sechs Sprachen übersetzt.

"Die Frage nach dem deutschen Sonderweg, nach den deutschen Abweichungen von den westlichen Demokratien, hat mich schon immer bewegt und treibt mich bis heute um", sagt Winkler. Hochkonzentriert, präzise und pointiert schaltet er sich bis heute auch in aktuelle Debatten ein - zur Zukunft Europas, zur Flüchtlingskrise oder zur Auseinandersetzung mit dem extremistischen Islamismus. "Das Wagnis, uns der allerjüngsten Zeitgeschichte zu stellen, das müssen wir schon eingehen, wenn wir einen Beitrag zur Ortsbestimmung der Gegenwart leisten wollen", sagt er.

Das war dem streitbaren Geist, der nach einer vorübergehenden CDU-Mitgliedschaft seit 1962 der SPD angehört, schon beim Historikerstreit der 80er Jahre ein wichtiges Anliegen. An der Seite von Jürgen Habermas und Rudolf Augstein warnte er damals in der von Ernst Nolte entfachten Debatte davor, den Holocaust durch Vergleiche mit anderen Massenverbrechen zu relativieren und zu verharmlosen.

Derzeit arbeitet der akribische Forscher Heinrich August Winkler an einem, wie er sagt, mit 200 Seiten "eher schmalen Bändchen" zur Krise Europas und der Verantwortung Deutschlands.

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12.03.2016, 08:30 Uhr
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