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Ärzte und Kassen prüfen Untersuchung zum Down-Syndrom

Streit um Trisomie-Test

Die Tests, ob Ungeborene ein Down-Syndrom haben, könnte bald die Krankenkasse zahlen. Medizinethiker warnen vor Reihenuntersuchungen.

19.08.2016
  • TANJA WOLTER

Berlin. Bluttests, die ein Down-Syndrom bei Ungeborenen feststellen, könnten schon bald eine Kassenleistung werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen leitete am Donnerstag in Berlin ein Prüfverfahren zur Übernahme der Bluttests in den Leistungskatalog der Krankenkassen ein. Die Tests auf Trisomie 21, 18 und 13 sollen bei Risikoschwangerschaften eingesetzt werden. Behindertenverbände und eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten warnten aber, bei der begrenzten Anwendung werde es nicht bleiben.

Bei dem bis zu drei Jahre dauernden Prüfverfahren werden Risiken und Nutzen der Bluttests mit zwei anderen Untersuchungen zur Feststellung von Behinderungen verglichen, der Fruchtwasseruntersuchung und der Biopsie der Plazenta. Der Vorsitzende des Bundesausschusses, Josef Hecken, versicherte, die ethische Brisanz der Tests sei dem Bundesausschuss bewusst. Man werde die Öffentlichkeit beteiligen und etwa auch eine Stellungnahme des Deutschen Ethikrats einholen. Sichergestellt werden soll dem Ausschuss zufolge auch, dass werdende Eltern vor einer Entscheidung über eine vorgeburtliche Untersuchung umfassend aufgeklärt werden.

Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, sagte im Deutschlandfunk, die Befürchtung der Kritiker sei, mit dem Bluttest sinke die Schwelle, einen „Tüv auf Gesundheit“ für das Ungeborene einzuführen. Er gehe davon aus, dass der Test vielfach gemacht werde, wenn die Krankenkassen ihn bezahlen. Es sei aber schwierig zu begründen, warum der einfachere Bluttest die Ausnahme bleiben solle, wenn andererseits risikoreichere vorgeburtliche Untersuchungen schon zugelassen seien. In jedem Fall müsse der Test intensiv durch eine Beratung der werdenden Eltern begleitet werden, forderte Dabrock.

Trisomie 21 wird auch als Down-Syndrom bezeichnet. Die Kinder können Herzfehler haben und sind oft lernbehindert. Kinder mit Trisomie 18 oder 13 haben so schwere Behinderungen, dass sie in aller Regel bald nach der Geburt sterben. In Deutschland leben etwa 50 000 Menschen mit einem Down-Syndrom. Statistiken zufolge lassen inzwischen neun von zehn Frauen abtreiben, wenn sie von der Behinderung während der Schwangerschaft erfahren.

Die Lebenshilfe befürchtet, dass der Bluttest zur Routine werden könnte. Die Bundesvorsitzende des Verbandes und Vizevorsitzende des Bundestags, Ulla Schmidt (SPD), forderte, der Test dürfe keinesfalls als Reihenuntersuchung angeboten werden. Er vermittele den Eindruck, ein perfektes Kind sei möglich. Das sei „ethisch hoch problematisch“. Ein Test, der gezielt nach behinderten Föten suche, widerspreche dem Grundgesetz und der Behindertenkonvention der Uno.

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19.08.2016, 06:00 Uhr
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