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„Stopp, stopp, stopp Deportation“
Demo gegen Polizeieinsätze: Die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft demonstrieren in Ellwangen. Foto: Sina Schuldt/dpa
Protestmarsch

„Stopp, stopp, stopp Deportation“

Flüchtlinge aus der Landeserstaufnahme beteuern, sie seien weder kriminell noch renitent.

11.05.2018
  • GERHARD KÖNIGER

Ellwangen. Die Demo führt vorbei an Cafés, Gäste beobachten sie aus sicherer Distanz. Einige Läden in Ellwangen hatten diesen Mittwochnachmittag vorsichtshalber schon geschlossen. Eine kleine, doch denkwürdige Veranstaltung: Bewohner der Landeserstaufnahmestelle (Lea), fast alles Schwarzafrikaner ohne Bleibeperspektive, fordern ein Ende der Abschiebungen. „Stopp, stopp, stopp Deportation“, skandieren sie.

Die Szenerie in der Stadt zeigt: Vermutlich fühlen sich viele Ellwanger nach den jüngsten Ereignissen tatsächlich durch die Lea-Bewohner bedroht. Dunkelhäutige „Rebellen“, die gegen die Polizei aufbegehren und „rechtsfreie Räume“ schaffen, davon hatte man viel gehört, gesehen und gelesen.

Die da nun mit „Pace“-Fahnen und Trommeln durch die Stadt ziehen, sehen nicht wie Schwerverbrecher aus. Auch mischen sich keine linksextremen Krawallmacher unter die Schar. Nur einige ergraute Aktivisten der Marxistisch-Leninistischen Partei (MLPD) stimmen „Hoch die internationale Solidarität!“ an.

Im Vorfeld der Demo hatten sich Flüchtlinge, Stadt und Polizei getroffen. Peter Hönle zufolge wollte man so Transparenz schaffen. Der Leiter des Führungs- und Einsatzstabes am Polizeipräsidium Aalen hatte den Abschiebeversuch eines Togolesen zehn Tage zuvor geleitet. Damals war die Polizei vor aufgebrachten Flüchtlingen zurückgewichen. Hönle leitete auch den Großeinsatz wenige Tage später.

Die LEA-Bewohner erklärten: Den Polizisten hätten nicht 150, sondern nur 50 Migranten gegenübergestanden. Man sei verängstigt und besorgt gewesen, nicht aggressiv. Hönle erklärte, entscheidend sei das Gefühl der Polizisten gewesen – und diese hätten sich bedroht gefühlt. Die Flüchtlinge kritisierten zudem die Einsätze mitten in der Nacht: „Wir sind schwarz, aber wir sind keine Tiere“, sagte einer. Die Polizei dürfe Abzuschiebende nicht länger als erforderlich festhalten und sei „von den Flugplänen abhängig“, sagte Bürgermeister Volker Grab. Er zeigte sich zuversichtlich, dass dieses Gespräch mehr Verständnis geschaffen hat.

Verständnis? Bei der Demo schildern Flüchtlinge, wie sie die Einsätze erlebt haben. „Wir haben die Polizei nicht bedroht“, sagt einer. Das Vorgehen sei brutal und angsteinflößend gewesen, hätten das Gefühl des Ausgeliefertseins verstärkt. „Jetzt gibt es viele, die nicht mehr in der Lea übernachten, sondern irgendwo im Gebüsch schlafen, damit sie die Polizei nicht findet.“

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11.05.2018, 06:00 Uhr
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