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Stolz war sie auf ihren Humor
Von der Kostümbildnerin zur Diva: Margot Hielscher. Foto: dpa
Nachruf · Margot Hielscher

Stolz war sie auf ihren Humor

Die Schauspielerin und Sängerin Margot Hielscher ist kurz vor ihrem 98. Geburtstag gestorben.

23.08.2017
  • DPA

München. Sie hat 50 Filme gedreht und war in 200 Fernsehproduktionen zu sehen. Aber Margot Hielscher nur als Schauspielerin zu bezeichnen, würde zu kurz greifen. Sie war auch Sängerin und die erste Talkmasterin Deutschlands. Am Sonntag ist sie mit 97 Jahren in ihrem Wohnhaus in München gestorben. Am 29. September wäre sie 98 geworden.

Die gebürtige Berlinerin hatte von 1939 an als Kostümbildnerin beim Film gearbeitet, ein Jahr später wurde sie von einem Regisseur entdeckt und gleich für ihre erste Schauspielrolle verpflichtet: Hofdame an der Seite von Zarah Leander im Film „Das Herz der Königin“.

Es folgten zahlreiche Auftritte, bevorzugt in Liebeskomödien, in denen Hielscher auch ihre hervorragende Gesangsstimme einsetzen konnte. Sie sagte einmal, wenn sie etwas besitze, auf das sie stolz sei, dann sei es ihr Sinn für Humor.

Gemeinsam mit Curd Jürgens drehte sie 1942 „Frauen sind keine Engel“. Während des Zweiten Weltkriegs zählte sie zu den beliebtesten deutschen Filmstars. Die Nazis aber beäugten sie kritisch. „Weil ich nicht den Typ der deutschen Frau verkörpert hatte.“

Heinz Rühmann war ebenso von ihr fasziniert wie die Soldaten, vor denen sie als Sängerin zur Truppenbetreuung auftrat. Ihre große Liebe aber war der Komponist Friedrich Meyer. 1959 heirateten die beiden, die Ehe hielt bis zu Meyers Tod im Jahr 1993.

Nach Kriegsende wandte sich Hielscher immer mehr der Musik zu, feierte fulminante Auftritte, als sie für amerikanische Soldaten sang, und absolvierte mehrere Tourneen. 400 Gesangsaufnahmen von ihr gibt es. 1957 kam sie im Grand Prix d‘Eurovision de la Chanson für Deutschland mit„Telefon, Telefon“ auf Platz vier und 1958 mit „Für zwei Groschen Musik“ auf Platz sieben.

In ihrer eigenen Sendung „Zu Gast bei Margot Hielscher“, die von Mitte der 60er Jahre an im Bayerischen Fernsehen lief, plauderte sie mit prominenten Freunden und Gästen. Ihre letzte TV-Rolle spielte Hielscher 1994 in der Serie „Der Nelkenkönig“, danach zog sie sich vom Filmgeschäft zurück. Musik und Singen blieben ihre Leidenschaft. dpa

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23.08.2017, 06:00 Uhr
Stolz war sie auf ihren Humor





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