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Gedenktag

Stolpersteine zeigen den Weg

Zum Jahrestag der Befreiung des Todeslagers Auschwitz erinnerten Tübinger an die ermordeten jüdischen Mitbürger.

28.01.2019

Von Dorothee Hermann

Lichter und weiße Rosen waren Zeichen des Gedenkens in der Tübinger Südstadt.Bild: Anne Faden

Zum Internationalen Gedenktag für die Opfer des Holocaust luden am Sonntag die Tübinger Eberhardsgemeinde in der Südstadt, der Verein für jüdische Kultur und die hiesige Stolperstein-Initiative.

Etwa 30 Menschen versammelten sich zunächst an der Eberhardskirche, dann am Haus Christophstraße 1, wo sich an die 60 Personen beteiligten. Es war das Heim der Familie Spiro, bis diese von den Nationalsozialisten vertrieben, verschleppt und ermordet wurde.

Der Vater Ludwig Spiro war im März 1941 nach langer Krankheit gestorben. Der promovierte Philosoph, Latein- und Französischlehrer war 1939 aus der Weimarer Goethe-Gesellschaft ausgeschlossen worden, der er seit seiner Studienzeit angehört hatte. Er war der Vater von Hans und Elfriede Spiro, die beide evangelisch getauft waren. Elfriede Spiro hatte ihrem verwitweten Vater den Haushalt geführt.

Liselotte Spiro, geboren 1924, entkam 1939 mit einem Kindertransport nach England. Elfriede Spiro wurde zunächst nach Theresienstadt gebracht. Ihre Spur verliert sich Auschwitz. Seit dem 25. November 2011 erinnern Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig an die Familie.

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz. Für elf jüdische Tübinger kam die Hilfe zu spät. 19 weitere wurden an anderen Orten von den Nationalsozialisten ermordet, sagte Harald Schwaderer vom Verein für jüdische Kultur.

In einer Zeit, in der rechtsextreme Kräfte Hetze und Antisemitismus verbreiteten, sei es besonders wichtig, den Opfern und den Überlebenden zur Seite zu stehen, sagte er. Begegnungen mit Nachkommen wie bei der Stolpersteinverlegung in Tübingen im Juli 2018 machten Hoffnung. Für die Ermordeten der Familie Spiro gab es in der Eberhardskirche im November 1945 den einzigen Gedenkgottesdienst in Tübingen nach Kriegsende, ergänzte Pfarrer Harry Wassmann.

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Erstellt:
28. Januar 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
28. Januar 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. Januar 2019, 01:00 Uhr

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