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Umweltbundesamt

Stickstoffdioxid-Wert auch in Tübingen wieder zu hoch

Gute Nachrichten für viele Stadtbewohner: Die Luft wird besser. Zu hohe NO2-Werte maß das Umweltbundesamt aber vor allem in Städten im Südwesten. Auch Tübingen überschritt 2018 wieder den Grenzwert.

17.06.2019

Von dpa/lsw/hz

Autos fahren über die B14 am Stuttgarter Neckartor. Foto: Christoph Schmidt/Archiv

Stuttgart. Licht und Schatten beim Ringen um saubere Luft im Südwesten: Bei der Belastung mit schädlichem Stickstoffdioxid (NO2) haben einige stark betroffene Städte im vergangenen Jahr Fortschritte gemacht - aber längst nicht alle. Zwar wurde der Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nur noch in 13 Kommunen überschritten, wie aus einer am Montag veröffentlichten Aufstellung des Umweltbundesamtes (UBA) hervorgeht. Bei einigen davon wurden allerdings höhere Werte verzeichnet als im Jahr 2017. Und Stuttgart rückte trotz eines Rückgangs wieder an die Spitze der bundesweiten Rangliste.

Die Zahlen waren im Wesentlichen schon bekannt. Die vollständige bundesweite Übersicht des UBA mit endgültigen Werten liegt allerdings erst seit Montag vor. Darin hat sich nun auch Darmstadt mit 67 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft noch auf den zweiten Platz hinter Stuttgart geschoben. Bislang stand dort München mit 66 Mikrogramm.

Überhöhte NO2-Werte sind der Grund für Fahrverbote für ältere Diesel in Stuttgart, Hamburg und Darmstadt. Andere Städte - etwa Berlin - könnten folgen. NO2 in Städten stammt zu einem großen Teil aus Diesel-Abgasen.

Es brauche eine schnelle Nachrüstung älterer Dieselautos mit wirksamen Katalysatoren, um den EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel überall einzuhalten, forderte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger.

Die Jahresmittelwerte an verkehrsnahen Messstationen lagen durchschnittlich rund 1,5 Mikrogramm unter denen des Jahres 2017. In 13 Städten, die damals noch über dem Grenzwert lagen, wurde er jetzt eingehalten. Dafür rutschten aber vier zurück in den problematischen Bereich. Sindelfingen war 2018 neu dabei und lag mit 45 Mikrogramm ebenfalls über der Grenze, wie das UBA mitteilte.

Wie schon im Vorjahr lag die Belastung in 15 Städten über 50 Mikrogramm. Im Südwesten zählen dazu neben Stuttgart auch Reutlingen, Heilbronn und Ludwigsburg. Sie gelten als „Intensivstädte“, für die es besondere Hilfen gibt. Zu ihnen hatte auch Backnang gehört, dort fiel der Wert 2018 aber knapp unter die 50 Mikrogramm.

Überschritten wurde der Grenzwert laut UBA 2018 außerdem in Tübingen, Esslingen und Herrenberg sowie in Freiburg, Mannheim, Leonberg und Ulm, wo jeweils sogar mehr Stickstoffdioxid in der Luft gemessen wurde als 2017. In Ludwigsburg gab es keine Veränderung. In den übrigen Kommunen jenseits des Grenzwerts gingen die Werte zurück.

Heidenheim, Pleidelsheim und Leinfelden-Echterdingen lagen nach Überschreitungen im Jahr 2017 nun unter dem Grenzwert. Für Mühlacker, 2017 ebenfalls oberhalb der 40-Mikrogramm-Marke, liegen in der UBA-Auflistung keine Daten für 2018 vor.

Deutschlandweit waren die NO2-Werte im vergangenen Jahr in 57 Städten zu hoch. Das waren laut Umweltbundesamt acht Städte weniger als im Jahr davor.

Tübingen weiterhin über dem Grenzwert

Das Umweltbundesamt (UBA) sammelt und bewertet die Messdaten aus über 500 Messstationen deutschlandweit. An der Messstelle in der Tübinger Mühlstraße erfasste es für das Jahr 2017 im Mittel einen NO2-Wert von 48 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Im Jahr 2018 waren es mit 46 Mikrogramm zwar 2 Mikrogramm weniger, aber immer noch 6 Mikrogramm über dem Grenzwert. Damit liegt Tübingen aktuell auf Rang 32 der vom UBA veröffentlichte Liste der 57 Kommunen, die 2018 den Grenzwert von 40 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel überschritten. Außerdem listet das UBA 13 Städte auf, die 2017 den Grenzwert überschritten, ihn aber 2018 einhielten.

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Erstellt:
17. Juni 2019, 15:33 Uhr
Aktualisiert:
17. Juni 2019, 15:10 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. Juni 2019, 15:10 Uhr

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