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Pedro Almodóvar

Stets sind Frauen seine Heldinnen

Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar wird 70. Er will weiterhin drehen und provozieren.

25.09.2019

Von dpa

Vielfach geehrt: Pedro Almodóvar. Foto: Piero Oliosi/Polaris/laif

Madrid. Es ist mehr als 30 Jahre her, dass Pedro Almodóvar mit seinen „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ den Durchbruch schaffte. Der erfolgreichste und umstrittenste Filmemacher Spaniens wird an diesem Mittwoch 70 Jahre alt. In einem seiner jüngsten Interviews beklagte er eine zunehmende „Diktatur des politisch Korrekten“, die bei Künstlern „zum Schlimmsten, zur Selbstzensur“ führe.

Viel mehr Grund, sich zu ärgern und zu beschweren, hatte Almodóvar zuletzt kaum. Im Gegenteil. Beim Filmfestival in Venedig wurde er Ende August mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Und vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Spanien seinen aktuellen und viel gelobten Film „Leid und Herrlichkeit“ mit Antonio Banderas und Penélope Cruz ins Rennen um den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film schickt.

Vor allem die Auszeichnung in Venedig wird Almodóvar Genugtuung bereitet haben. Denn den Oscar hat er schon zweimal geholt: 2000 für die Tragikomödie „Alles über meine Mutter“ als bester nicht-englischsprachiger Film und 2003 für das beste Original-Drehbuch zum Drama „Sprich mit ihr“.

In Venedig hatte Almodóvar Anfang der 80er Jahre eine Abfuhr bekommen. Sein Spielfilm „Das Kloster zum Heiligen Wahnsinn“ wurde dort wegen „Frevelhaftigkeit“ nicht für den Wettbewerb zugelassen. Er zeigte unter anderem eine lesbische Ordenschefin, die sich Heroin spritzte.

Frauen, ob unkonventionelle Nonnen, Mütter oder Töchter, Ehefrauen oder Geliebte, Prostituierte oder Putzfrauen, Transvestiten oder Transsexuelle, sie sind in Almodóvars Filmen stets die Heldinnen. Schauspielerinnen wie Cruz, Carmen Maura, Victoria Abril, Rossy de Palma und Paz Vega prägen die Werke des bekennenden Atheisten und offen lebenden Schwulen.

Almodóvar will weiter Filme drehen, provozieren und Konventionen trotzen. Man dürfe sich als Künstler nie die Frage stellen, ob man jemandem auf den Schlips trete, sagte er. „Die Antwort lautet nämlich immer ja, wir denken ja nicht alle gleich.“

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Erstellt:
25. September 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
25. September 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 25. September 2019, 06:00 Uhr

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