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Stuttgart

Steht die Neckarwelle vor dem Aus?

Schlechte Nachrichten für Surf-Fans: Das Gesundheitsamt hat Bedenken wegen der Wasserqualität.

22.03.2019

Von UWE ROTH

Trotz Badeverbots im Neckar haben Surfer im Juli 2017 für die Welle demonstriert. Foto: Uwe Roth

Stuttgart. Der Bürgerhaushalt hat der Surf-Initiative vor zwei Jahren zu einer Welle des Erfolgs verholfen, da sich viele Stuttgarter hinter das Anliegen stellten. Nun möchte der Verein Neckarwelle – wieder mit Hilfe der Bevölkerung – seinem Projekt im nächsten Bürgerhaushalt neuen Schub geben. Mit dem Vorschlag „Surfen mitten in Stuttgart“ bitten die Vereinsvorstände den Gemeinderat im Doppelhaushalt 2020/21 die „Mittel für den Bau einer surfbaren Flusswelle im Neckar im Stadtbezirk Untertürkheim bereitzustellen“.

Die Idee landete nach den Voten zum Bürgerhaushalt 2018/19 auf Platz 20 von 3457 eingereichten Projekten. Das Ergebnis veranlasste den Gemeinderat, eine Machbarkeitsstudie zu finanzieren. Gutachter stellten fest, dass ein solches Bauwerk möglich sei. Doch nun hat das Landesgesundheitsamt wegen der Qualität des Wassers Bedenken angemeldet. Wer Wasser schlucke, könne sich mit Coli-Bakterien und Enterokokken infizieren, heißt es in der Bewertung.

Die Stadt nimmt dabei Bezug auf die Badegewässerverordnung des Landes, der eine EU-Richtlinie zugrunde liegt. Vereinsvorstand Volker Sellmeier sagt dazu: „Surfen ist ein Sport über und nicht im Wasser. Nach der Logik müsste die Stadt auch das Ruderbootfahren auf dem Neckar verbieten.“ Sellmeier sagt, in der Studie sei die Wasserqualität als „ausreichend“ eingestuft worden. Zwischen Juni und Oktober 2018 sind Proben gezogen worden. In über 70 Prozent sei die Wasserverschmutzung unter den Grenzwerten geblieben. In den anderen Fällen, so vermutet er, sei wegen starken Regens Wasser aus Klärbecken in den Neckar gelangt. Im Stuttgarter Rathaus ist gerade ein Meinungsbildungsprozess im Gange. Dazu stimmen sich verschiedene Abteilungen intern ab. Man werde dann mit den Initiatoren sprechen, teilt die Verwaltung mit.

Die über 160 Kommentare auf der Internetseite des künftigen Bürgerhaushalts zur Neckarwelle sollen vermitteln, dass die geschätzten Baukosten von 4,2 Millionen Euro gut angelegtes Geld seien. „Das Wasser im Neckar wird auch in 30 Jahren noch nicht trinkbar sein – macht es also nicht zum alles entscheidenden K.-o.-Kriterium“, schreibt ein Homepage-Besucher. Selbst am Eisbach im Englischen Garten in München sei das Baden untersagt, das Treiben an der Surfwellen werde aber von der Stadt geduldet. Uwe Roth

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Erstellt:
22. März 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. März 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. März 2019, 06:00 Uhr

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