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Tolles Ambiente – bis auf die Parkplätze

Staus und Schlange-Stehen beim Rosenfest

Rund 5000 Besucher überrollten am Sonntag beim Rosenfest das 337-Seelen-Dorf Bebenhausen. Konnte das gutgehen? Sehr gut, sagen die einen; andere fanden es zumindest grenzwertig.

12.07.2011

Von Ulrike Pfeil

Bebenhausen. In einem Punkt stimmen Händler, Besucher, Organisatoren überein: War man erst mal innerhalb der Klostermauern, entfaltete das mittelalterliche Ambiente zusammen mit den Rosen seinen bezaubernden Reiz. „Vom Flair her“, sagt die Tübinger Staudengärtnerin Erika Jantzen, „war es besser als der Alte Botanische Garten“, der frühere Standort des Rosenfests. Die Möglichkeit, den Blumenmarkt mit einem Besuch des Museums zu verbinden, habe Gäste angelockt, die nie zuvor in Bebenhausen waren, sagt Ideengeber Ulf Sieber, noch ganz „übermannt vom Erfolg“.

Ob der kleine Ort dem Ansturm gewachsen war, ist für den Leiter der städtischen Ordnungsabteilung Rainer Kaltenmark (der zufällig in Bebenhausen wohnt) jedoch eine Kopfweh-Frage: „Nach dieser Erfahrung reicht die Infrastruktur eigentlich nicht aus“, sagt Kaltenmark. Er meint vor allem Parkplätze und den Straßenverkehr: Schon kurz vor 11 Uhr seien alle vorhandenen Parkplätze belegt gewesen (einschließlich einer zusätzlichen Wiese, die ein Landwirt zur Verfügung gestellt hatte). Und aus Richtung Böblingen standen die Autos auf der Landesstraße in einem längeren Stau. „Ich hab? gedacht, da tritt ?ne Boygroup auf“, sagt Kaltenmark. Später, als es zu regnen anfing, reichte der Stau der Abfahrenden von Bebenhausen bis nach Lustnau. Wer die Straße unabhängig vom Rosenfest befuhr, hatte nichts zu lachen.

Als vor dem nachmittäglichen Regen eine Unwetter-Warnung mit Starkregen, Hagel und heftigem Wind für den Raum Tübingen eintraf, wurde es Kaltenmark etwas mulmig. Hätten Rettungskräfte und Feuerwehr bei einem Unfall schnell genug zur Stelle sein können? „Als Genehmigungsbehörde“, sagt er, „begibt man sich da in Gefahr.“

Auch am Einlass zu dem kostenpflichtigen Event mussten sich die Besucher in Geduld üben. Schlangen bildeten sich an der Kasse. Doch der positiven Stimmung auf der Veranstaltung tat das anscheinend keinen Abbruch. Selbst der vorher skeptische Ortsvorsteher Werner König, der das Treiben nur von seinem Balkon in der Schönbuchstraße aus beobachtete, fand das Fest „wunderbar“ und notierte beeindruckt für das örtliche Mitteilungsblatt, dass die Disziplin des Besucherstroms „an die Bushaltestellen Londons erinnerte“.

Die Organisatoren von der Reutlinger Eventmanagement-Firma Solutioncube besserten im Lauf des Tages manches nach: Die Shuttlebusse zum Hornbach-Baumarkt etwa wurden von zwei auf vier aufgestockt. Und als die Klo schlange zu lang wurde, öffnete Schlossverwalterin Janna Weitkamp zusätzliche Toiletten in der Kutscherhalle. Die Aufstellung mobiler Toiletten, sagt Katrin Hemminger von Solutioncube, habe man aufgrund früherer Erfahrungen schnell verworfen: „Dixi-Klo in Bebenhausen ist ein No-Go.“

Siebert denkt schon darüber nach, das Rosenfest nächstes Jahr auf zwei Tage zu „entzerren“. Ob die Bebenhäuser das tolerieren, mag Ortsvorsteher König nicht vorhersagen. „Bei manchen“, vermutet er, „schwillt da schon der Kamm.“ Kaltenmark will jetzt erst einmal mit allen Beteiligten die Erfahrungen aufarbeiten und dann über künftige Rosenfeste reden: „Über Ja, Nein und Wie.“

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Zum ersten Mal fand das Tübinger Rosenfest diesmal im idyllischen Ambiente des Klosters bebenhausen statt.

Tausende kamen, um Rosen, aber auch allerlei andere Blumen zu begutachten.

Rosenfest-Veranstalter Ulf Siebert fand den Besucherandrang "extrem": „Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen.“

Auch Gäste aus Karlsruhe, Tuttlingen und Ulm drängten am Sonntag auf das geschichtsträchtige Gelände am Schönbuchrand.

Rund um die florale Pracht gab es thematisch mehr oder weniger passende Accessoires zu kaufen.

„Die Kulisse ist einfach ein Traum“, freute sich eine Verkäuferin.

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Erstellt:
12. Juli 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
12. Juli 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2011, 12:00 Uhr

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