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De Maizière will Afghanen ihre Heimat schmackhaft machen

Starthilfe zur Rückkehr

In sichere Regionen ihres Landes sollen abgelehnte Asylbewerber aus Afghanistan zurückkehren. Dafür hat Innenminister de Maizière in Kabul geworben. Er sagt ihnen Unterstützung bei der Arbeitssuche zu.

02.02.2016

Von DPA

Kabul. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) will abgelehnte Asylbewerber aus Afghanistan verstärkt in ihre Heimat zurückschicken. Bei einem Besuch in der afghanischen Hauptstadt Kabul appellierte der Minister am Montag an die Bevölkerung, nicht auf von Schleppern verbreitete Gerüchte hereinzufallen. Nach seinem Willen sollen die Afghanen möglichst freiwillig zurückkehren und dann bei der Suche nach einer Wohnung und Arbeit unterstützt werden.

Der Minister sagte: "Natürlich ist die Sicherheitslage in Afghanistan kompliziert. Wer wollte das bestreiten?" Sie sei aber regional sehr unterschiedlich. "Wir haben auch Anschläge anderswo in der Welt. Der internationale Terrorismus bedroht nicht nur Afghanistan, sondern uns alle." Man dürfe seine Politik nicht danach ausrichten. Angesichts der rasant wachsenden Flüchtlingszahlen aus Afghanistan plädiert de Maizière dafür, mehr Menschen dorthin zurückzuschicken. Afghanistan sei ein großes Land. "Dort gibt es unsichere und sichere Gebiete."

Die Zahl der Afghanen, die nach Deutschland fliehen, ist enorm gestiegen. 2015 hatten die Behörden in Deutschland mehr als 150 000 Afghanen als Asylbewerber registriert. Sie waren die zweitgrößte Gruppe nach den Syrern. Zum Vergleich: 2014 hatten noch etwa 9700 Menschen aus Afghanistan in Deutschland einen Asylantrag gestellt. Die Entwicklung setzte sich auch zu Jahresbeginn fort. Allein vom 1. bis zum 18. Januar wurden nach Angaben aus Regierungskreisen mehr als 12 000 afghanische Asylsuchende in Deutschland registriert.

"In Afghanistan werden von Schleusern Gerüchte über paradiesische Zustände in Deutschland gestreut, um Geschäfte zu machen. Das alles wollen wir nicht", sagte de Maizière. Es könne nicht sein, dass die afghanische Bevölkerung und gerade die jungen Leute ihr Land verließen.

De Maizière traf sich in Kabul mit Präsident Aschraf Ghani und seinem afghanischen Amtskollegen Nurulhak Ulumi. Danach appellierte er an die Bevölkerung, Gerüchten keinen Glauben zu schenken. "Es gibt kein Begrüßungsgeld in Deutschland, es gibt nicht ohne weiteres einen Arbeitsplatz, eine Wohnung." Wer mit seinem Asylantrag keinen Erfolg habe, müsse zurück in sichere Gebiete Afghanistans. Vorrang hätten freiwillige Rückreisen. Im Zweifel müssten Menschen aber auch zwangsweise zurückgebracht werden. Die Rückkehrer sollten aber Hilfe erhalten - nicht direkt, "schon gar nicht in bar". Vielmehr solle Unterstützung in die Infrastruktur fließen. Details müssten noch verhandelt werden.

Die Bundesregierung plant auch eine weitere Aufklärungskampagne zu den geringen Asylchancen in Deutschland.

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Erstellt:
2. Februar 2016, 08:30 Uhr
Aktualisiert:
2. Februar 2016, 08:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 2. Februar 2016, 08:30 Uhr

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