Bürgerfragestunde in Walddorfhäslach

Wortwechsel über Starkregen und seine Folgen

Das Wasser suchte sich auch in Walddorfhäslach seinen Weg.

30.07.2021

Von fk

In der Bürgerfragestunde der Walddorfhäslacher Gemeinderatssitzung kam es am Donnerstag zu einem Wortwechsel zwischen Bürgermeisterin Silke Höflinger und einem Anlieger der Dettenhäuser Straße. Der beklagte, dass die Dolen in der Dettenhäuser Straße die Wassermassen nicht aufnehmen konnte. Archivbild: Manfred Grohe

Vom Hagel blieb Walddorfhäslach verschont, vom Starkregen eine Woche später nicht. Dabei wurden auch in der Dettenhäuser Straße Keller und Garagen überschwemmt. In der Bürgerfragestunde der Gemeinderatssitzung kam es am Donnerstag zu einem Wortwechsel zwischen Bürgermeisterin Silke Höflinger und einem Anlieger der Dettenhäuser Straße. Der beklagte, dass die Dolen in der Dettenhäuser Straße die Wassermassen nicht aufnehmen konnte.

Die Bürgermeisterin hielt dagegen „Wir haben großdimensionierte Kanäle.“ Wenn das Wasser in die Häuser gelaufen sei, liege es wohl daran, dass keine Rückstauklappen eingebaut seien oder die Garagen unter Straßenniveau lägen. Beides verneinte der Anwohner. Die Bürgermeisterin erinnerte an das katastrophale Hochwasser von 1996, das war auch dem Anlieger in Erinnerung. Als Reaktion habe man danach ein Regenrückhaltebecken nördlich der B27 geplant, sagte die Bürgermeisterin. Realisiert wurde es nie. Es scheiterte an der mangelnden Kooperation der Grundstücksbesitzer.

Von Häslach her, also vom Baugebiet Fürhaupt, „läufts Wasser die Nonnengasse runter“, klagte der Anwohner weiter. Auch hier hielt die Bürgermeisterin dagegen. Die Mulden im Fürhaupt würden durch ausreichend große Kanäle entwässert und flössen in eine große Rückhaltekammer unter dem Notariatsplatz. „Aber wir kümmern uns drum und suchen Abhilfe“, versprach die Bürgermeisterin. Der Anwohner blieb skeptisch und fragte zurück: „In welchem Jahrhundert?“

Oberhalb des Baugebiets Fürhaupt gibt es noch Äcker. FWV-Gemeinderat Gerhard Neuscheler ist im Hauptberuf Landwirt und bewirtschaftet dort Flächen. „Nach dem vielen Regen sind die sehr feucht. Sie sind nicht befahrbar.“ Seine Vermutung: Etwas stimme nicht mit dem Entwässerungskonzept der Baugebietsplanung.

„Gibt es noch die alten Warnsirenen?“, fragte Martin Bayer (SPD), dann könne man die doch zur Alarmierung der Bevölkerung einsetzen, war sein Hintergedanke. Die Bürgermeisterin war nur mäßig amüsiert: „Wie stellen Sie sich das vor? Da gehe ich aufs Rathaus und schalte die Sirenen ein? Das Ganze muss doch gekoppelt sein an ein Warnsystem.“ Aber die Sirenen sind gar nicht mehr da: „Sie sind alle zurückgebaut worden.“

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Erstellt:
30. Juli 2021, 21:05 Uhr
Aktualisiert:
30. Juli 2021, 21:05 Uhr
zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2021, 21:05 Uhr

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