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Nobelpreisträgerin Nüsslein-Volhard und Forschungsmanager Winnacker kommen in das Gremium

Starke neue Köpfe für den Uni-Rat

Die Universität Tübingen will sich für den schärfer werdenden Wettbewerb unter den Hochschulen rüsten. Zwei illustre neue Köpfe im Universitätsrat sollen ihr dabei helfen: Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard und Wissenschaftsmanager Ernst-Ludwig Winnacker.

24.07.2009
  • Ulrike Pfeil

<strong>Tübingen.</strong> „Hoch erfreut“ und auch mit einem gewissen Stolz präsentierten der scheidende Universitätsrats-Vorsitzende Tilman Todenhöfer und Uni-Rektor Bernd Engler gestern die Namen der drei neuen Mitglieder des Gremiums:


&amp;amp;bull; Christiane Nüsslein-Volhard, 66,Biochemikerin und Direktorin am Tübinger Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie. Sie erhielt für die Entdeckung von Genen, welche die Entwicklung von Tier und Mensch steuern, 1995 den Nobelpreis. Sie ist Mitglied in mehreren bedeutenden internationalen Wissenschaftsvereinigungen und Beiräten.


&amp;amp;bull; Ernst-Ludwig Winnacker, 68, Biochemiker, war viele Jahre als Vize- und Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für die Forschungsförderung in Deutschland zuständig; danach auf europäischer Ebene. Winnacker ist Mitglied in mehreren Aufsichtsgremien von Forschungseinrichtungen und der chemischen Industrie.


&amp;amp;bull; Antonio Loprieno, 54, gebürtiger Italiener, Professor für Ägyptologie und Sprachwissenschaft, derzeit Rektor der Universität Basel und Präsident der Schweizerischen Rektorenkonferenz.

Neben dem geschäftsführenden Bosch-Gesellschafter Todenhöfer verlassen – wie berichtet – Karin Oppermann, die Direktorin der Reutlinger Agentur für Arbeit, und der Züricher Zoologe Prof. Rüdiger Wehner mit dem Ende dieses Sommersemesters nach neun Jahren den Universitätsrat, dem Engler eine „sehr erfolgreiche Amtszeit“ bescheinigte.

Forscher von Weltruf

kosten auch Geld

Auch Todenhöfer zog eine positive Bilanz: Der in der Universität zunächst als Kontrollorgan unter dem Einfluss der Wirtschaft gefürchtete und deshalb wenig beliebte Universitätsrat habe sich als „notwendiges Element“ erwiesen, um in der Uni eine konstruktive Außenperspektive einzubringen.

Neben Struktur- und Haushaltsfragen, Berufungen und Studiengängen war die Wettbewerbsfähigkeit der Uni Tübingen zentrales Thema im Universitätsrat, der in den neun Jahren 43 Mal tagte („es wurde wacker gearbeitet“). Todenhöfer räumte ein, dass die Mitglieder aus der Wirtschaft erst lernen mussten, wie Haushalts- und Beamtenrecht dem Bemühen um international herausragende Wissenschaftler im Weg stehen.

„Man muss in Zukunft einfallsreicher dabei sein, was man Leuten von Weltruf bieten kann“, sagte Todenhöfer und verstand dies als einen Appell an den Staat: Dieser müsse ein System dafür finden, internationalen Koryphäen legale und transparente finanzielle Anreize und Ausstattung zu bieten.

Tübingens Scheitern bei der Exzellenz-Initiative war auch für den Universitätsrat ein Schock- und Schlüsselerlebnis. „Das hat uns geschmerzt, aber auch aufgeweckt.“ Andere, erfolgreichere Universitäten hätten wohl früher begriffen, dass Interdisziplinarität, „Cluster-Bildung“ und Graduierten-Kollegs der Forschung wie dem Studium nützen. Immerhin zeige die jetzt in Gang gekommene Neuordnung der Fakultäten, dass man „etwas verstanden“ habe. Auf diskrete Weise ließ Todenhöfer durchblicken, dass er bei Rektor Engler einen ausgeprägteren Reformwillen finde als bei dessen Vorgänger Eberhard Schaich.

In den wirtschaftlich noch günstigeren Jahren habe Tübingen versäumt, „zu einer der hochmodernen Unis in Deutschland zu werden“, stellt Todenhöfer fest. Um zur Wettbewerbsfähigkeit aufzuschließen, müsse als erstes bei der veralteten Gebäudestruktur angesetzt werden. Todenhöfer begrüßte, dass dies „in Stuttgart inzwischen verstanden wird“, dass Campus-Planungen auf der Morgenstelle und im Tal vorankommen. Dafür wünscht er sich eine „aufgeschlossene“ Öffentlichkeit.

Die Uni soll sich dem

Wettbewerb stellen

Den neu zusammengesetzten Universitätsrat sieht Todenhöfer vor allem in der Pflicht, Tübingens Bewerbung für die neue Exzellenzinitiative mit vorzubereiten. Flankierend dazu gelte es, Wissenschaftler von internationaler Strahlkraft als „Leuchttürme“ zu gewinnen. Eine Uni wie Tübingen dürfe nicht unterschätzen, wie schnell und stark der Wettbewerb weltweit voranschreite. Was den Mann aus der Wirtschaft nicht schreckt: „Leistung kommt aus Wettbewerb“, schreibt er der Uni ins Stammbuch. „Dem muss man sich stellen.“

Dass Persönlichkeiten wie Nüsslein-Volhard, Winnacker, Loprieno sich für den Uni-Rat gewinnen ließen, nimmt Todenhöfer als ein ermutigendes Signal: „Ich finde schon, dass das für diese Uni spricht.“



Archivbilder: Metz (2); Privat

<div class='kasten_ueberschrift'> <div class='grundtext'> Sechs Externe, fünf Interne: So setzt sich der Universitätsrat zusammen </div> </div> <div class='kasten_text'> <div class='grundtext'> Der Tübinger Universitätsrat (an anderen Unis heißt er auch Hochschulrat) wurde im Jahr 2000 als Beratungs- und Aufsichtsgremium der Universität eingerichtet. Er hat sechs externe und fünf interne Mitglieder; an den Sitzungen nimmt auch die Universitätsleitung teil. Nach dem Ausscheiden von Tilman Todenhöfer, Karin Oppermann und Prof. Rüdiger Wehner bleiben neben den drei neu berufenen als externe Mitglieder die Unternehmerin Bettina Würth aus Künzelsau, Albrecht Hauff vom Thieme-Verlag Stuttgart und der Stuttgarter Wirtschaftswissenschaftler und McKinsey-Partner Prof. Wilhelm Rall. Uni-interne Mitglieder sind derzeit die drei Professoren Regine Gildemeister (Soziologie), Stefan Laufer (Pharmazie) und Anton Schindling (Historiker) sowie Prof. Dines Christen für den Mittelbau und Christin Gumbinger als Vertreterin der Studierenden. </div> </div>

Starke neue Köpfe für den Uni-Rat
Ernst-Ludwig Winnacker

Starke neue Köpfe für den Uni-Rat
Christiane Nüsslein-Volhard

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24.07.2009, 12:00 Uhr
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