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Technik

Städtisches Netzwerk fördert Innovationen

Kritiker sehen im Living Lab vor allem ein Prestigeobjekt des Ludwigsburger Oberbürgermeisters.

24.06.2019

Von UWE ROTH

Der Service-Roboter im Rathaus kommt eher selten zum Einsatz. Foto: Uwe Roth

Ludwigsburg. In jeder Stadt wird an Neuem getüftelt. In Ludwigsburg allerdings gibt es seit 2015 eine zentrale Anlaufstelle, in der Innovationen gezielt gesammelt und vorangetrieben werden. Living Lab heißt die städtische Einrichtung, die auf eine Idee des Oberbürgermeisters Werner Spec zurückgeht. Er nennt es „ein Innovationsnetzwerk“, in das Verwaltung, Bürger, Wissenschaft und vor allem die Industrie eingebunden sind.

Wo der Schwerpunkt liegt, zeigt sich daran, dass die Geschäftsstelle von einer Fachfrau für Smart-City-Themen der Robert-Bosch GmbH leitet wird: Andrea Bräuning. Eine solche Konstellation sei als „integrierter Teil der Stadtverwaltung einmalig in Europa, vermutlich weltweit“, vermutet sie.

Nicht allein die Wirtschaft soll durch Digitalisierung intelligent (smart) werden, sondern auch die Stadt. Was das heißt, probiert Ludwigsburg meistens in kleineren Projekten aus. Wobei nach vier Jahren keine klare Linie zu erkennen sei, kritisierten Gemeinderäte. Die Verwaltung will sich am „Modellprojekt Smart Cities“ des Bundesinnenministeriums beteiligen. Fördermittel von 16,4 Millionen Euro seien möglich, erläuterte der OB. Der städtische Anteil betrage bis Ende 2025 insgesamt 5,7 Millionen Euro. Der Gemeinderat stimmte mehrheitlich zu, aber die Hälfte der Anwesenden enthielt sich der Zustimmung. Ihre Begründung: Die Projektvorschläge seien schwammig beschrieben, und der Nutzen für die Bürger wenig erkennbar – beispielsweise das 3-D-Stadtmodell fürs Museum.

Kritiker des OB sagen, dass das er das Living Lab vorwiegend für sein eigenes Prestige und als Öffner für Fördertöpfe ins Leben gerufen habe. So wird das derzeit größte Projekt, die Digitalisierung der Verkehrsleittechnik, mit 13 Millionen Euro weitgehend vom Bund bezahlt. Es soll den innerstädtischen Verkehr flüssiger machen und der Stadt helfen, Dieselfahrverbote zu verhindern.

Zu den kleineren Projekten gehört die smarte Parkbank, von der zwei Exemplare im Blühenden Barock beim Kinderspielplatz stehen. Sie ist mit Photovoltaikzellen ausgestattet, die Strom für Smartphones liefern. Voraussetzung: Der Besucher hat ein USB-Kabel dabei. Erkennbarer ist der Nutzen für Bürger bei der Abholstation am Rathaus, die an eine DHL-Packstation erinnert. Dort hinterlegt das Bürgerbüro Dokumente, die man außerhalb der Öffnungszeit mit einer PIN abholen kann. Der Serviceroboter L2B2, der Besucher zur richtigen Bürotür leitet, steht häufig arbeitslos in der Ecke des Bürgeramts. Auf die versprochene Einrichtung eines digitalen Bürgerkontos warten die Ludwigsburger noch. Uwe Roth

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Erstellt:
24. Juni 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
24. Juni 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. Juni 2019, 06:00 Uhr

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