Tübingen

Stadtwerke machen Übernahmeangebot für ältere Solaranlagen

Nach 20 Jahren am Netz stehen die ersten privaten Photovoltaik-Anlagen demnächst am Scheideweg: Die Panels produzieren nach wie vor wertvollen Solarstrom. Zum Jahresende 2020 jedoch fallen diese Anlagen aus der staatlichen EEG-Förderung. Dem wollen die Tübinger Stadtwerke entgegenwirken.

24.11.2020

Von ST

Photovoltaikanlagen, wie hier auf dem Dach des Technologiezentums in Tübingen helfen, das Klima zu schützen. Archivbild: Ulrich Metz

Wie die SWT am Dienstagmorgen mitteilten, haben sie ein Angebot entwickelt, um sogenannten Post-EEG-Anlagen eine attraktive Perspektive zu bieten – und ihren Ökostrom im Netz zu behalten. So wollen sie den PV-Anlagenbetreibern, die aus der 20-jährigen EEG-Förderung herausfallen, den gesamten erzeugten Solarstrom abkaufen und ihn mit sechs Cent pro Kilowattstunde vergüten. Zum Vergleich: Gesetzlich vorgesehen ist eine sogenannte Auffangvergütung durch den Netzbetreiber zu Marktpreisen. Das sind nach Stadtwerke-Angaben zwischen 2,5 und 3 Cent pro Kilowattstunde – abzüglich einer Vermarktungsgebühr. Im Gegenzug erhalten die PV-Anlagenbesitzer den zertifizierten Ökostrom der Stadtwerke und senken, durch die Verrechnung mit dem aus ihrer Anlage erzeugten Solarstrom, ihre monatlichen Stromkosten. Technische Umrüstungen der Anlagen oder der Mess- und Zählertechnik sind derzeit nicht nötig.

Damit möchten die SWT als Partner der Photovoltaik-Pioniere die Anlagenbesitzer vor größeren Investitionen bei technischen Umrüstungen der Anlagen bewahren, ihnen bürokratischen und wirtschaftliche Belastungen nehmen und ihnen das einfache, unkomplizierte Weiterlaufenlassen ihrer PV-Anlage ermöglichen. Das sei gut für die Anlagenbesitzer, aber auch für das Ökostrom-Portfolio der SWT: Der Anteil an regional erzeugtem Ökostrom steigt und die neuen Abnahmemengen können zu 100 Prozent an die Ökostromkunden der Stadtwerke weitergegeben werden.

Die Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) war für Besitzer von Photovoltaik-Anlagen lange Zeit attraktiv und sorgte für einen PV-Boom auf Deutschlands Dächern, der auch wichtig für die Energiewende ist. Weil es durch die Novellierung des EEG zum 1. Januar 2021 allerdings noch keine gesetzliche Nachfolgeregelung gibt, haben sich die Stadtwerke zu einem Übernahmeangebot entschlossen, heißt es in der Mitteilung.

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Erstellt:
24. November 2020, 08:43 Uhr
Aktualisiert:
24. November 2020, 08:43 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. November 2020, 08:43 Uhr

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