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Mehr Flair beim Schwimmen

Stadtwerke Tübingen erneuern und verbessern auch ihre Hallenbäder

Erlebnisbäder werden die beiden Tübinger Hallenbäder zwar nicht, aber mehr Erlebnis als bisher wollen die Stadtwerke Tübingen (SWT) den Gästen von Uhlandbad und Hallenbad Nord schon bieten. Bei den anstehenden Sanierungen sollen die Angebote, etwa für Kinder und Saunabesucher, ausgeweitet werden.

26.08.2016
  • Gernot Stegert

Tübingen. „Die Tübinger sind schwimm- und badefreudig“, freut sich der für Bäder zuständige SWT-Geschäftsführer Wilfried Kannenberg. Im Jahr 2015 haben die Stadtwerke 578000 Badegäste gezählt: 280000 im Freibad, 234000 im Hallenbad Nord und 64000 im Uhlandbad. Doch es könnten noch mehr sein. „Unsere Bäderlandschaft ist auf 60000 Einwohner ausgerichtet“, sagt Kannenberg und spricht vom mehrfachen Druck. Da ist der bauliche und technische Sanierungsbedarf beim historischen Uhlandbad und beim Hallenbad Nord, das in den 1970er Jahren gebaut worden ist. Und da sind die gestiegenen Bedürfnisse – durch mehr Einwohner und durch höhere Ansprüche. „Es gibt einen Druck auf den Sauna- und den Kinderbereich im Hallenbad Nord und auf die Schwimmflächen insgesamt“, erklärt der Geschäftsführer. Die Stadtwerke wollen dem – soweit es ihnen möglich ist – nachkommen. Das kündigten Kannenberg und der zuständige Abteilungsleiter Frank Raible im Gespräch mit dem TAGBLATT an.

Für das Uhlandbad, das in den 1970er Jahren saniert worden war, ist eine sieben Millionen Euro teure Kernsanierung geplant. Der Umbau soll 2018 beginnen, wenn die Traglufthalle im Freibad steht, und soll zum Winter 2020 abgeschlossen sein. Für die Badegäste wichtig:

Die Stadtwerke haben einen Bauforscher eingesetzt, der den Ursprungszustand des Bades von 1914 herausfinden soll: von Baulichem bis hin zu Formen, Fliesen und Farben. „Wir wollen dem historischen Zustand möglichst nahe kommen“, sagt Kannenberg. Klar ist, dass die Zwischendecke entfernt und das alte Gewölbe wieder sichtbar wird. „Wir werden das Scheingewölbe wiederherstellen“, sagt der Geschäftsführer. „Schein“, weil es ein nichttragendes Gewölbe ist. Die Badegäste werden also ein ganz anderes Raumgefühl als bisher haben. Die Zwischendecke war eingezogen worden, um den Schall zu dämpfen. Heute gebe es dafür andere Möglichkeiten, erklärt der SWT-Experte. Die ovalen Fenster im Dach von früher würden aus Kostengründen zwar nicht rekonstruiert, Lichtbänder sollen aber den Lichteinfall simulieren.

Künftig wird das Uhlandbad barrierefrei sein. Bisher werden Rollstuhlfahrer provisorisch durch die Bademeisterkabine ins Bad geleitet, weil sie nicht die Treppe hoch- und von der Galerie wieder herunterkommen. Beim Umbau wird rechts vom Eingang ein barrierefreier Bereich mit extra Umkleideraum, Dusche und WC angelegt. Zusätzlich ermöglicht ein Fahrstuhl den Zugang zum ersten Stock und damit auch zu dem Geschäftsbereich dort. Dafür kommen die Personalräume in den Keller.

Das Schwimmbecken erhält eine neue Auskleidung aus Edelstahl und wird flacher. Die tiefste Stelle wird nicht mehr 3,40 Meter betragen, sondern nur noch 1,80 Meter. Das genüge den Schwimmanforderungen, erklärt Raible. Vorteil: Es wird Wasser gespart. Auch mit weniger Chlor wollen die Stadtwerke auskommen, indem sie nämlich die Wasseraufbereitung über Düsen vom Beckenboden betreiben und nicht mehr von der Seite über die Länge des Beckens.

Auf der Galerie werden die Umkleiden erneuert und weniger Spinds sollen für mehr Platz sorgen.

Als finanzierbaren Bonus planen die Stadtwerke ein Dampfbad für sechs Personen auf der Badeebene.

Der Geschäftsbereich im ersten Stock vorne wird erweitert. Die bisherige Wohnung fällt weg.

Für das Hallenbad Nord sind die Pläne noch nicht so konkret. Entsprechend gibt es noch keine Kostenschätzungen und Zeitangaben. Außer dem Vorsatz, die Sanierung an die des Uhlandbades anzuschließen. Das wäre dann ein Baubeginn zum Jahreswechsel 2020/21. Die Traglufthalle im Freibad könnte entsprechend länger als Hallenersatz im Winter dienen. Denn in den Sanierungszeiten werden die Hallenbäder jeweils geschlossen sein.

Die Sanierung des Hallenbades Nord sei nötig, vieles sei veraltet, etwa bei der Technik, sagt Kannenberg. Vor allem aber platzt das Bad aus allen Nähten. Der zuständige SWT-Geschäftsführer kündigt an, den Wünschen nach einem größeren Saunabereich und einem größeren Kinderbereich nachzukommen. Beides sei baulich im bestehenden Gebäude möglich. Das gelte aber nicht für das Schwimmerbecken. „Da wissen wir noch nicht, welche Wünsche wir erfüllen können“ , bedauert Kannenberg. Eine Möglichkeit sei, das Hallenbad in Richtung Parkplatz auszudehnen. Doch dazu müssten Parkplätze woanders geschaffen werden. Denkbar seien Tiefgaragenplätze in einem neuen Zentrum auf Waldhäuser Ost. Aber da müsse die Stadt sich zunächst positionieren.

Baubürgermeister Cord Soehlke erklärt auf TAGBLATT-Nachfrage, es gehe zunächst um WHO insgesamt. Die Gespräche mit vielen Eigentümern im bisherigen Zentrum seien auf einem guten Weg. Im Herbst gebe es vielleicht schon Neues zu berichten.

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26.08.2016, 01:00 Uhr
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