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Die „Neckarmüllerei“ erweitert auf eigenem Boden / Kritik an Pacht und parkenden Autos

Stadt verkauft Filetstück

Die Stadt verkauft an die Inhaberin der Gaststätte „Neckarmüller“ knapp tausend Quadratmeter. Vor diesem Beschluss gab es im Gemeinderat eine teils heftige Debatte.

23.07.2009
  • Ute Kaiser

<strong>Tübingen.</strong> Die städtische Bauverwaltung wollte die zwei Grundstücksflächen direkt am Neckar nicht hergeben. Doch er habe sich nach intensiven Verhandlungen „schweren Herzens“ für den Verkauf entschieden. Das erklärte Oberbürgermeister Boris Palmer am Montag zur Einführung. Zwei Argumente führte er zur Rechtfertigung für den Verkauf an: Der Ehemann der Inhaberin sei „schwäbischer Geschäftsmann“ und wollte die Flächen unbedingt kaufen. Und: Die Stadt hat (über das Baurecht) weiter Einfluss auf das „sehr markante Grundstück direkt am Neckar“.

Das kleinere Stück von 182 Quadratmetern östlich des Gasthauses soll bebaut werden (wir berichteten). Die daran anschließenden 800 Quadratmeter sind und bleiben Biergarten. Die Außenanlagen und der Biergarten sollen umgestaltet werden. 700 000 Euro bekommt die Stadt für die beiden Grundstücke.

Die Mehrheit des Gemeinderats hielt wie Anton Brenner für die TüLL und Dietmar Schöning für die FDP den Verkauf für „vertretbar“. Die öffentliche Restfläche hinter dem Biergarten soll als „Naherholungsort“, so die Vorlage, erhalten bleiben und belebt werden. Außer der schon vorhandenen Passage an der Gartenstraße durch die Gaststätte ist künftig auch an einen Weg von der Eberhardsbrücke über eine breite Treppe und die Gaststätten-Terrasse hinunter zum Biergarten gedacht.

Mit dem Zugang zum Fluss und der geplanten Gestaltung begründete Ulrich Latus die Zustimmung der CDU-Fraktion: „Wir verkaufen nicht aus Geldnot.“ Auch SPD-Sprecher Martin Rosemann sah wegen des Wiederkaufsrechts und der Planungshoheit die Interessen der Stadt gewahrt. Sie sitze „am längeren Hebel“. Dieter Barth (UFW) bewunderte gar die Familie Fischer dafür, dass sie sich „bei dieser Preisgestaltung die Auflagen zu eigen macht“.

Von „Hüttenwerken“

bis „Neiddiskussion“

Doch der Antrag der Verwaltung hatte nicht nur Freunde. Helga Vogel (AL/Grüne) fürchtete etwa, dass nach dem Verkauf „wieder nur vereinigte Hüttenwerke entstehen“. Die Notbehelfe kämen weg, sagte Palmer. Und: Unberechtigtes Parken werde „nicht geduldet“. Das bekam Gretel Schwägerle vom OB zu hören. Die CDU-Stadträtin hatte sich empört, dass beim zweiten Kiosk-Häuschen ständig mehrere Autos „auf unbefestigtem Boden“ stünden, was von den städtischen Ordnungshütern nicht kontrolliert werde.

Anja Tressel (WUT) kritisierte, dass von zwei Hütten nur eine genehmigt sei, und fand, dass die Stadt „die ganzen Jahre über zu wenig“ Pacht verlangt habe. Von 8000 Euro pro Saison war die Rede. Tressel setzte das in Beziehung zu den Quadratmeterpreisen für die Außengastronomie etwa am Marktplatz. Dort müssen die Gastwirte für diese Sondernutzung nach der städtischen Satzung pro angefangenem Quadratmeter und Monat zwischen 7,50 und 15 Euro Gebühren zahlen. Auch außerhalb der Alstadt liegen die Gebührensätze bei 6 bis 12 Euro. Das besagten die eilig herbeigeschafften Zahlen. Tressels Fragen riefen Peter Bosch auf den Plan. „Ich schäme mich für diese Neiddiskussion“, erklärte der UFW-Stadtrat.

Einmütig stimmte der Gemeinderat am Montagabend nur für den Verkauf des kleinen Grundstücks. Bei der Biergartenfläche dagegen gab es zehn Gegenstimmen von AL/Grünen, Anja Tressel und Gretel Schwägerle.

Stadt verkauft Filetstück
Die Neckarmüllerei kann ihre Umbau- und Erweiterungspläne angehen. Der Gemeinderat stimmte dem Verkauf von zwei Grundstücken an die Inhaberin zu. Bild: Metz

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23.07.2009, 12:00 Uhr
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