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Stadt verbietet kochendes Wasser bei Umzug
Corpus delicti: der Hexenkessel von Eppingen. Foto: Stephen Wolf/dpa
Fastnacht

Stadt verbietet kochendes Wasser bei Umzug

Eine 18-Jährige erleidet schwere Verbrühungen im Hexenkessel. Die Polizei ermittelt gegen Unbekannt.

06.02.2018
  • HANS GEORG FRANK, PETRA WALHEIM

Eppingen. Nach einem Unfall bei einem Hexenumzug hat die Stadt Eppingen (Kreis Heilbronn) eine erste Konsequenz gezogen. Künftig darf kein kochendes Wasser mehr mitgeführt werden. Bereits am Wochenende werde die Verwaltung bei einem Umzug einwirken auf „alles, was heiß ist“, kündigte Oberbürgermeister Klaus Holaschke an. Ein Verbot von offenem Feuer steht aber wohl nicht bevor.

Am Samstag hatte bei einem Nachtumzug eine 18-jährige Zuschauerin aus Rheinstetten (Kreis Karlsruhe) Verbrühungen zweiten Grades erlitten. Die Umstände des Unfalls mit einem holzbefeuerten Brühkessel auf einem Ziehwagen sind noch nicht geklärt. In einer Mitteilung gingen Polizeipräsidium und Staatsanwaltschaft davon aus, dass „die Beine der Geschädigten bis zu den Kniekehlen in das heiße Wasser“ gerieten. Der Leiter des örtlichen Reviers, Jens Brockstedt, hält es jedoch auch für möglich, dass das Opfer nur dem heißen Dampf ausgesetzt worden ist. Die Aussagen der Zeugen seien nicht einheitlich. Demnach ist nicht einmal klar, welche zwei maskierten Personen die junge Frau über den Kessel gehalten haben. Fest steht, dass Opfer und Hexengruppe nicht aus Eppingen sind.

„Feuer und Wasser haben wir bisher nicht im Fokus gehabt“, räumte OB Holaschke ein, „das werden wir jetzt aufarbeiten.“ Vor jeder Maskenparade werde eine Gefährdungsanalyse erstellt. Darin wird geregelt, wie viele Polizisten und Rettungskräfte an welchen Stellen postiert werden. Was die Gruppen mit sich schleppen, ist nicht vorgeschrieben. Bei den vorherigen 15 Umzügen habe es „keine Probleme“ gegeben, bestätigte Revierleiter Brockstedt. Auch er geht davon aus, dass aus „einem Scherz“ ein Unfall wurde. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung. Die Gruppe sei weitergezogen, ohne sich um die Frau zu kümmern. Sie wurde in eine Hautklinik gebracht.

Der Eppinger Hexenumzug ist eine Veranstaltung mit überregionaler Bedeutung. Am Samstag präsentierten sich über 80 Gruppen den rund 10 000 Zuschauern. „Das ist ein großes Ereignis mit einem positiven Image für die Stadt“, betonte der OB. Der Zunftmeister der Eppinger Hexen, Bernd Henke, verwies auf ein „ungeschriebenes Gesetz“ für die Teilnehmer: „Mache nichts mit der Maske, was du nicht ohne Maske tun würdest.“

„Offenes Feuer und heißes Wasser sind für einen Umzug absolut ungeeignet“, sagt Axel Micelli, Sprecher der Offenburger Hexenzunft. Die Hexen gelten als die Ur-Hexen, weil sie in Offenburg zum ersten Mal im Südwesten in einem Umzug aufgetreten sind. Beides habe in einem Umzug nichts zu suchen, „weil das Gefahrenpotenzial viel zu hoch ist“.

Er sei sprachlos und empört über das, was in Eppingen geschehen ist, sagt Roland Wehrle, Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN). Ihm sei völlig unverständlich, wie es soweit kommen konnte.

H. G. Frank/ P. Walheim

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06.02.2018, 06:00 Uhr
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