Kooperation bei Grundwassermanagement

Stadt schaut der Bahn auf die Finger

Das Stuttgarter Rathaus und das Eisenbahn-Bundesamt kooperieren bei der Überwachung des Grundwassermanagements für Stuttgart 21.

25.10.2012

Von ELKE HAUPTMANN

Stuttgart . Für den Bau den Tiefbahnhofs muss die Deutsche Bahn deutlich mehr Grundwasser abpumpen als ursprünglich vorgesehen: 6,8 statt 3,2 Milliarden Liter. Die Stadt Stuttgart will diese Arbeiten kritisch begleiten: Sie hat mit dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) eine Zusammenarbeit bei der wasserwirtschaftlichen Bauüberwachung vereinbart. Das Grundwassermanagement beim Projekt Stuttgart 21 ist erforderlich, damit die Baugrube für die unterirdischen Durchgangsbahnhof trocken bleibt.

Wie mehrfach berichtet, wurde um die doppelte Entnahmemenge seit Monaten gestritten. Das führte letztendlich auch dazu, dass die Bahn die Arbeiten im Mittleren Schlossgarten auf Anordnung des Verwaltungsgerichtshofes einstellen musste. Denn bislang hat sie nur eine Genehmigung für 3,2 Millionen Liter. Um die größere Wassermenge steuern zu können, werden eine zweite Aufbereitungsanlage auf dem Gelände vor dem Südflügel sowie andere Rohrleitungstrassen erforderlich - was ein Planänderungsverfahren für drei bereits genehmigte Bauabschnitte notwendig machte.

Auch die Stadt Stuttgart hat dazu ihre Stellungnahme abgegeben. Sie verlangt darin vor allem einen wirksamen Schutz des Baumbestands im Bereich der Grundwasserabsenkungen. Zudem will sie aktiv werden, um das Mineralwasservorkommen zu schützen. Eine Gefährdung der Quellen, so hatte Oberbürgermeister Wolfgang Schuster stets betont, sei ein K.o.-Kriterium für das Projekt. Wie die Stadtverwaltung jetzt mitteilte, wird das Amt für Umweltschutz das EBA - die Aufsichtsbehörde der Bahn - bei der Überwachung der Arbeiten unterstützen und "konsequent die in den so genannten wasserrechtlichen Nebenbedingungen der Planfeststellungsbeschlüsse formulierten Schutzmaßnahmen für die Heil- und Mineralquellen und das Grundwasser kontrollieren". Die Mitarbeiter des Amts werden als "verlängerter Arm" des Eisenbahn-Bundesamts an allen Baustellenbesprechungen teilnehmen, sich regelmäßig vor Ort über die Arbeiten informieren und die Messdaten des Grundwassermonitorings kontrollieren - die Bahn ist dazu verpflichtet, während der mindestens siebenjährigen Bauzeit sämtliche Pegelstände und Verunreinigungen zu erfassen.

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Erstellt:
25. Oktober 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
25. Oktober 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2012, 12:00 Uhr

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