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Restitution

Staatsgalerie gibt NS-Raubgut an Erben zurück

Zwei Kunstwerke aus dem Besitz des Juristen Michael Berolzheimer werden eindeutig identifiziert.

21.08.2019

Von EPD

Bleistiftzeichung von T. C. Schüz. Foto: Staatsgalerie Stuttgart/dpa

Stuttgart. Die Staatsgalerie Stuttgart hat zwei Zeichnungen aus ihrer Sammlung an die rechtmäßigen Erben zurückgegeben. Es handele sich um Werke des schwäbischen Spätromantikers Theodor Christoph Schüz (1830-1900) und des niederländischen Malers und Radierers Samuel van Hoogstraten (1627-1678), hieß es in einer Mitteilung der Staatsgalerie am Dienstag. Die Kunstwerke stammten aus dem Besitz des Juristen Michael Berolzheimer, der aufgrund seiner jüdischen Herkunft 1938 vor den Nationalsozialisten in die USA floh. Nach der Emigration wurde Berolzheimers Sammlung den Angaben zufolge in München versteigert. Geld bekam die Familie allerdings nicht. Zu diesem Ergebnis kamen die Provenienzforscherin der Staatsgalerie, Johanna Poltermann, und ihre Vorgängerin Anja Heuß. Es handele sich eindeutig um NS-Raubgut.

Rückkauf geplant

Schüz‘ Werk ist eine Vorzeichnung seines Gemäldes „Predigtzuhörer vor der Kirche“, das der Staatsgalerie gehört. Damit Vorstudie und Gemälde beisammenbleiben, soll die Zeichnung zurückgekauft werden. Die Federzeichnung van Hoogstratens dagegen wird den Nachkommen der Familie Berolzheimer übereignet.

Die Staatsgalerie betreibt seit 2009 Provenienzforschung zum unrechtmäßigen Besitzerwechsel von Kunstwerken während der NS-Zeit. Dabei wurden nach eigenen Angaben mehr als 6000 Gemälde, Skulpturen und Grafiken überprüft, die vor 1945 entstanden sind und seit 1933 erworben wurden. Bislang habe man seit 1998 zwölf Kunstwerke restituiert. epd

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Erstellt:
21. August 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
21. August 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. August 2019, 06:00 Uhr

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