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Land am Rand

St. Martin in hellem Licht

23.02.2018

Von HANS GEORG FRANK

Tauberbischofsheim. Für Klagen eignen sich Kirchen in ganz besonderer Weise. Manche Zeitgenossen stören sich am nächtlichen Gebimmel der Glocken. Andere wiederum wollen nicht klaglos hinnehmen, dass der Turm des Gotteshauses zu nachtschlafender Zeit in gleißendes Licht gerückt wird.

Zu letzterer Spezies gehört eine Frau aus Tauberbischofsheim. Ihre Lebensqualität scheint massiv gestört, seit der 69 Meter hohe Turm der katholischen Stadtkirche St. Martin vor drei Jahren mit LED-Leuchtleisten ausgestattet worden ist. Die Illumination müsse abgeschaltet werden, weil ihre Eigentumswohnung mit „der mehrfachen Lichtstärke einer hellen Vollmondnacht ausgeleuchtet“ werde, ließ sie ihren Anwalt argumentieren. Sie leide unter der „gesundheitsschädlichen Lichtverschmutzung“.

Doch vor Gericht hatte die Dame aus dem als lieblich beworbenen Taubertal keinen Erfolg. Zuerst scheiterte sie vor dem Landgericht Mosbach. Jetzt hat sich der 12. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Karlsruhe – Experten für Streitereien unter Nachbarn – der ersten Instanz angeschlossen. St. Martin darf sich weiterhin in kaltweißem Licht in die Höhe recken. Das OLG bewertete die Störungen als „unwesentlich“. Selbst auf der Dachterrasse sei ein solcher Lichteinfall im innerstädtischen Bereich hinzunehmen.

Die sachkundigen Richter in Karlsruhe verknüpften ihre Entscheidung (Aktenzeichen 12 U40/17) mit einer praktischen Empfehlung: Störende Strahlen lassen sich durch „lichtundurchlässige Vorhänge“ abwehren.

Hans Georg Frank

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Erstellt:
23. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
23. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2018, 06:00 Uhr

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