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Programm für Vereins-Verwaltung

Sport ohne nervigen Papierkram

Tobias Fluck und Jannik Finkbohner haben ein Programm entwickelt, das die Verwaltung von Vereinen ziemlich erleichtern soll.

16.01.2018

Von Kathrin Kammerer

Starte jetzt: Tobias Fluck (links) und Jannik Finkbohner wollen ihr Programm unter die Sportvereine Deutschlands bringen. Bild: Haas

Tobias Fluck und Jannik Finkbohner kennen sich aus dem Pfullinger Sportverein. Während es Fluck in der Leichtathletik-Sparte bis zu den Deutschen Meisterschaften brachte, wurde Finkbohner mit seinen Handballern schon süddeutscher Vizemeister.

Gemeinsam gesportelt haben sie nie direkt. Was sie trotzdem verbindet: Beide wissen, wie viel Organisationsaufwand hinter einem Sportverein steckt. Mitglieder müssen verwaltet werden, es gibt viele Sparten, viele Abteilungsleiter, viele Mailadressen und Handynummern, viele Interessen und Ideen, komplizierte Hallenbelegungspläne und damit verbunden: Jede Menge Papierkram.

„Und genau das wollen wir ändern“, erklärt Finkbohner, der in Bayreuth Sportökonomie im Master studiert hat. Der Reutlinger hatte vor drei Jahren die Idee, durch eine App oder ein Computerprogramm endlich Ordnung in die Sportvereins-Verwaltung zu bringen, den Verein auf einer Plattform zu digitalisieren und alle Informationen an einem Ort zusammenzubringen. In Fluck, der in Reutlingen studiert hat und jetzt in Metzingen als Webentwickler arbeitet, fand er einen ambitionierten Mitstreiter.

Es waren zahlreiche Treffen und Skype-Gespräche notwendig, bis die schwammige Idee langsam Form annahm. 2016 begann Fluck mit der Entwicklung des Computer-Programmes, das die beiden „Vereint“ tauften. Finkbohner beschäftigte sich parallel mit den betriebswirtschaftlichen Aspekten und machte das Programm gar zum Thema seiner Masterarbeit. In diesem Rahmen befragte er fünf Bayreuther Sportvereine umfangreich zu einer solchen Software: Was wären Sie bereit, dafür zu zahlen? Welche Funktionen sollte sie haben? Die Ergebnisse aus den Befragungen liesen die beiden in die Weiterentwicklung ihres Programmes einfließen.

Anfang 2017 startete dann die Testphase mit ihrem Heimatverein, dem VfL Pfullingen. Außerdem stellten die beiden Vereint beim Elevator Pitch in Reutlingen vor. Da wurde ihnen bewusst: „Wir brauchen mehr Leute, um das umzusetzen, was wir eigentlich erreichen wollen“, so Fluck.

Also holten sie sich mit Michael Stoll, Stefan Häußler und Philip Schneider drei weitere Mitsportler und Mitstudenten ins Team. Wie es nun weitergeht? „Unser Ziel ist klar: Wir wollen unser Programm zum Beruf machen und davon leben können“, sagt Finkbohner. Das Programm in seiner jetzigen Form beinhaltet die Mitglieder- und Aufgabenverwaltung des jeweiligen Vereins, einen Nachrichtendienst für alle eingetragenen Mitglieder sowie einen Kalender.

„An den weiteren Funktionen arbeiten wir jetzt“, sagt Fluck. Als nächstes steht die Entwicklung der Handy-App an. Die beiden suchen zudem einen Investor, der an ihre Idee glaubt und ihnen den Start in die Selbstständigkeit erleichtert.

50 Cent bis 1,50 Euro soll das Programm die Sportvereine pro Mitglied jährlich kosten. „Wir brauchen 125 Sportvereine mit ungefähr 1000 Mitgliedern, damit wir auf Null rauskommen“, rechnet Finkbohner vor. Die beiden sehen das als realistisches Ziel, gibt es in ganz Deutschland doch insgesamt 90 000 Sportvereine. Außerdem sind sie in der Sportlerszene gut vernetzt und wollen Vereint deutschlandweit nun richtig promoten: Beide haben selbst in mehreren Vereinen trainiert, Finkbohner hat zudem Bachelor wie Master im Sportbereich gemacht und bei Adidas gearbeitet.

Die Pfullinger Sportler jedenfalls nutzen das Programm weiter. Kostenlos, verrät Fluck, als Dankeschön für die Testphase sozusagen: „Denn die mussten da schon einige Fragebögen ausfüllen.“

Wie funktioniert das Programm?

Wer „Vereint“ nutzt, der landet zunächst auf einer Übersichtsseite. Dort kann er alle Funktionen des Programms auswählen und hat dank eines Kalenders den Überblick über alle Vereinsveranstaltungen, die ihn betreffen: Spiele, Trainingseinheiten, Vorstandssitzungen oder auch Feste. Vereint ist personalisiert. Das heißt: Was man sieht und welche Funktionen man nutzen kann, hängt von dem Status ab, den man hat. Ist man Trainer? Spieler? Oder passives Mitglied? Über die einzelnen Mitgliederprofile kann der Verein einfach und ohne Papier verwaltet werden. Zieht ein Spieler um oder ändert sich seine Trikotnummer kann, er das mit einem Mausklick ändern. Wenn in Zukunft flächendeckend Vereine das Programm nutzen, kann gar ein Vereinswechsel auf diese Weise getätigt werden, erklärt Jannik Finkbohner. Kalender sowie Mitglieder- und Aufgabenverwaltung sind die Basisangebote von Vereint. Entwickler Fluck arbeitet nun an weiteren Applikationen, wie einer Verwaltung der Spielstätten oder an einer mobile Cloud, über die auch Bilder, Daten und Videos ausgetauscht werden können.

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Erstellt:
16. Januar 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Januar 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2018, 01:00 Uhr

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