Wahl

Spitzensport fängt in der Schule an

Ullrich schlägt Maaßen und zieht als zweiter Olympiasieger neben Jens Lehmann in den Bundestag ein.

28.09.2021

Von dpa

Frank Ullrich will den Sport fördern. Foto: Martin Schutt

Berlin. Nach einer kurzen Nacht voller Glücksgefühle fuhr Frank Ullrich am Montag leicht nervös nach Berlin. „Wir treffen uns zu ersten Fraktionssitzungen“, berichtete der frisch in den Bundestag gewählte SPD-Politiker während der Autofahrt: „Da freue ich mich wahnsinnig drauf, aber es ist auch eine neue Situation, mit der ich mich erstmal auseinander setzen muss.“

Ullrich, 1980 Biathlon-Olympiasieger und später lange Jahre Bundestrainer, hat sich im Wahlkreis 196 in Südthüringen mit 33,6 Prozent der Stimmen das Direktmandat geholt. Das sorgte für bundesweites Aufsehen, denn sein CDU-Gegenkandidat war der umstrittene Hans-Georg Maaßen. Das Duell gegen Maaßen hatte Ullrich im Wahlkampf versucht, außen vor zu lassen. „Ich habe mich damit gar nicht so sehr beschäftigt“, sagte er, „sondern eher damit, was wir wollen.“ Eines will der Bundestags-Abgeordnete Ullrich in jedem Fall: den Sport fördern. „Da haben wir ganz dicke Bretter zu bohren“, sagte der 63-Jährige: „Die Wertschätzung für den Sport ist aus meiner Sicht extrem verloren gegangen, da müssen wir Akzente setzen. Da habe ich viel vor.“

Die Corona-Pandemie habe die aktuelle Situation nochmal verschlechtert, „da müssen wir auch vom Bund aus Akzente setzen und können nicht alles auf die Länder abwälzen“, meinte Ullrich: „Mit ein, zwei Stunden Schulsport in der Woche ist es perspektivisch nicht getan.“ Man müsse in einer gesamtgesellschaftliche Aufgabe „den Bogen vom Schul- und Nachwuchssport hin zum Breiten- und Leistungssport schlagen“, nur so könne Sport-Deutschland „auch international wieder erfolgreicher“ sein.

Ullrich ist einer von zwei Olympiasiegern im Bundestag. Ex-Bahnradprofi Jens Lehmann (CDU) holte wie schon 2017 sein Direktmandat. Er setzte sich in Leipzig hauchdünn vor SPD-Kandidat Holger Mann durch. Eisschnellläuferin Claudia Pechstein (CDU) verlor in Berlin Treptow-Köpenick klar gegen Gregor Gysi (Die Linke).

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Erstellt:
28. September 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
28. September 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. September 2021, 06:00 Uhr

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