Ein Kessel Buntes mit Barbara Bosch

Spitzenkandidatin für Stuttgart?

Was hat Reutlingen, was Stuttgart nicht hat? Richtig, ein schönes Doppelbuchstabenkennzeichen! Aber es gibt da noch etwas: Barbara Bosch. Die Oberbürgermeisterin, die erst im Februar für weitere acht Jahr gewählt wurde, wird immer wieder als Kandidatin für die Stuttgarter Oberbürgermeisterwahl gehandelt.

05.09.2011

Von Matthias Stelzer

Da hilft es auch nichts, dass die gebürtiger Stuttgarterin, die heute 53 Jahre alt wird (Glückwunsch!), immer wieder betont, ihren CDU-Kollegen Wolfgang Schuster nicht beerben zu wollen. In ihrer Samstagsausgabe ernannte jetzt die „Frankfurter Allgemeine“ (FAZ) die Reutlinger OB zu einer „möglichen Spitzenkandidatin“ für Stuttgart. Der Text mit dem Titel „Im Rennen ums Rathaus“ beginnt mit dem Satz: „Als Barbara Bosch, die Reutlinger Oberbürgermeisterin, kürzlich einen Vortrag im Schloss Hohenheim hielt, registrierten das einige Stuttgarter Kommunalpolitiker sehr aufmerksam.“

Hmmhh! Das klingt ein bisschen so, als könnte den Frankfurter Kollegen entgangen sein, dass Bosch längst auf dem Stuttgarter Parkett unterwegs ist – als Städtetagspräsidentin des Landes. Den Umweg nach Hohenheim muss da niemand mehr nehmen. Die Reutlinger Verwaltungschefin zeigt Präsenz bis runter in den Kessel.

Dort braut der FAZ-Artikel ein buntes politisches Gericht zusammen, das in Reutlingen im Februar zwar bei Boschs Wiederwahl aufgetischt wurde, es in Stuttgart aber eher nicht auf die Tageskarte schaffen dürfte. „Finden CDU, Freie Wähler, FDP und SPD vielleicht mit Barbara Bosch eine parteiunabhängige Kandidatin, die gegen einen grünen Herausforderer eine Chance hätte?“, fragt das Frankfurter Blatt – und besetzt die grüne Rolle auch gleich mit Tübingens OB Boris Palmer.

Nein. Denn käme es so, wäre das eine Art ungeordneter Rückzug der baden-württembergischen CDU aus dem urbanen Raum. Immerhin gilt der – dank Stuttgart 21 aber nicht gerade vergnügungssteuerpflichtige – Job im Stuttgarter Rathaus als zweitwichtigster des Landes. Was ein OB einer Landeshauptstadt politisch bewerkstelligen kann, macht in München ja gerade Christian Ude (SPD) vor. Die bei den Landtagswahlen im März abgebürstete Union hat also allen Grund, in Stuttgart selbst jemanden ins Rennen zu schicken.

Und das bedeutet nichts anderes, als dass es für eine SPD-nahe Bewerberin wie Barbara Bosch zwischen den – im Kessel stark wachsenden – Grünen und den ums Comeback kämpfenden Schwarzen viel zu eng werden dürfte. Barbara Bosch darf sich vom FAZ-Artikel zwar einmal mehr geschmeichelt fühlen, ihre Koffer muss sie am heutigen Geburtstag aber sicher nicht packen. Zumal es bis zur Stuttgarter OB-Wahl im Jahr 2013 noch etwas hin ist. Und zumindest zur Eröffnung der Reutlinger Stadthalle will OB Barbara Bosch wohl mit einem RT-Kennzeichen vorfahren.

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Erstellt:
5. September 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
5. September 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. September 2011, 12:00 Uhr

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