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Kommentar · Türkei

Spirale der Gewalt

Nach dem Anschlag von Ankara kündigt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Vergeltung an. Die Spirale der Gewalt wird sich also weiterdrehen. Das Attentat trägt die Handschrift der kurdischen PKK, die offenbar mit ihrem syrischen Ableger YPG agierte.

19.02.2016

Von GERD HÖHLER

Niemand kann der Türkei das Recht nehmen, sich gegen Terror zu wehren. Die Kurdenguerilla nutzte die im Frühjahr 2013 ausgerufene Waffenruhe dazu, sich in den Städten der Kurdenregion einzunisten und dort riesige Waffenlager anzulegen. Ganze Landstriche erklärte die PKK zu "befreiten Gebieten". Das kann sich kein Staat gefallen lassen. Aber die Reaktion der Regierung war von unverhältnismäßiger Gewalt geprägt: Im Kampf gegen die Rebellen legten die Streitkräfte während der vergangenen Wochen ganze Stadtteile in Schutt und Asche. Insbesondere unter den jungen Kurden hat die Rebellenorganisation dadurch neue Anhänger und Mitläufer gefunden. Jetzt droht der Konflikt eine Eigendynamik zu bekommen, die das ganze Land ins Chaos stürzen könnte.

Dazu trägt auch die Syrienpolitik Erdogans bei. Der Anschlag von Ankara könnte eine Antwort auf die Artilleriegranaten gewesen sein, die der türkische Präsident seit Tagen auf Stellungen syrischer Kurden abfeuern lässt. Die einzige Hoffnung liegt in einer politischen Lösung des Kurdenkonflikts. Sie könnte den Terroristen das Wasser abgraben. Doch diese Friedenslösung rückt immer weiter in die Ferne.

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Erstellt:
19. Februar 2016, 08:30 Uhr
Aktualisiert:
19. Februar 2016, 08:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. Februar 2016, 08:30 Uhr

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