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Sommermärchen erkauft?

"Spiegel": DFB soll für Zuschlag bei Fußball-WM 2006 bezahlt haben

Der Fifa-Skandal hat den deutschen Fußball erreicht. Im Fokus stehen DFB-Präsident Niersbach und Franz Beckenbauer - und damit ihr guter Ruf.

17.10.2015
  • DPA

Frankfurt Neun Jahre nach dem Sommermärchen droht dem deutschen Fußball ein gewaltiger Skandal. Für den Zuschlag der Weltmeisterschaft 2006 soll nach einem unbestätigten Bericht des "Spiegel" Geld aus einer schwarzen Kasse des Bewerbungskomitees geflossen sein. Wie das Magazin gestern berichtete, sollen vier entscheidende Stimmen aus dem Fifa-Exekutivkomitee gekauft worden sein.

Der DFB wies die Darstellung als haltlos zurück und behielt sich rechtliche Schritte vor. Allerdings räumte der Verband mit Präsident Wolfgang Niersbach an der Spitze Ungereimtheiten rund um eine Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro an den Weltverband ein. Es habe aber keine Anhaltspunkte gegeben, "dass Stimmen von Delegierten im Zuge des Bewerbungsverfahrens gekauft wurden." Präsident des WM-Organisationskomitees war Franz Beckenbauer, Wolfgang Niersbach war ein Stellvertreter.

Nach "Spiegel"-Informationen soll der damalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus dem damaligen Bewerbungskomitee 13 Millionen Mark als Privatmann geliehen haben. Dieses Geld ist dem Bericht zufolge eingesetzt worden, um die vier Stimmen der asiatischen Vertreter im Fifa-Exekutivkomitee für Deutschland zu gewinnen. Zusammen mit den europäischen Vertretern war Deutschland bei der entscheidenden Abstimmung auf zwölf Stimmen gekommen. Auf den Mitkonkurrenten Südafrika entfielen damals elf Stimmen. Der Neuseeländer Charles Dempsey hatte sich enthalten.

Louis-Dreyfus soll laut "Spiegel" das Geld eineinhalb Jahre vor der WM zurückgefordert haben. Im April seien daraufhin 6,7 Millionen Euro vom Organisationskomitee an die Fifa gezahlt worden - angeblich für ein Kulturprogramm. Von dort sei es weiter an Louis-Dreyfus gegangen. Louis-Dreyfus starb im Jahr 2009. Adidas gab zunächst keine Stellungnahme ab.

Der DFB räumte die Zahlung ein und gab an, dass sie "möglicherweise nicht dem angegebenen Zweck entsprechend verwendet wurde". Wohin die Millionen geflossen sind, ist laut DFB noch unklar. Ein abschließendes Ergebnis liege nicht vor, teilte der Verband mit. "Die Vorwürfe sollten rückhaltlos aufgeklärt werden. Die Fußballfans haben ein Recht darauf", forderte Justizminister Heiko Maas.

"Spiegel": DFB soll für Zuschlag bei Fußball-WM 2006 bezahlt haben
Beckenbauers großer Tag: Am 6. Juli 2000 erhielt Deutschland den Zuschlag für die Fußball-WM 2006. Generalsekretär Horst R. Schmidt (l.), Koordinator Fedor Radmann (2.v.r.) und DFB-Mediendirektor Wolfgang Niersbach (r.) freuten sich mit. Foto: dpa

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17.10.2015, 12:00 Uhr
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